Belgisches Viertel Köln

Junge Frau sitzend auf einer Bank vor einer Boutique im Belgischen Viertel

Sommer im Belgischen Viertel Köln … gibt’s hier nur Pommes, oder was?

Die gibt’s hier zwar auch, sogar richtig gute, aber seinen Namen hat das Viertel von seinen Straßennamen erhalten (obwohl auch ein paar niederländische dabei sind). Es ist tags und nachts bei Kölnern, Touris, Szenegängern und „Normalos“ total beliebt. Besonders in den warmen Monaten, wenn der deutsche Sommer uns glauben lässt, dass wir alle im Grunde unseres Herzens doch Südländer sind.

Mein Vorteil: Ich hab das Belgische Viertel direkt vor der Nase, weil unser Büro mittendrin liegt. Da lässt sich der ein oder andere Tipp auch in einer ausgedehnten Mittagspause oder direkt nach der Arbeit unterbringen. Ihr kommt aber auch mit Bus und Bahn ganz bequem ins Viertel. Zum Beispiel mit den vareo-Zügen, die ich aus meinem Bürofenster im 5. Stock mit Blick auf den Bahnhof Köln West regelmäßig vorbeifahren sehe.

Das Problem: Ein Tag hat nur 24 Stunden …

… und das Belgische Viertel so viel zu bieten, dass ich jetzt und hier erst mal nur an der Spitze des Eisbergs kratzen kann. Am besten sogar wortwörtlich. Denn was wäre ein Sommertag ohne ein gutes Eis. An der Aachener Straße in der Bar Schmitz habt ihr unter stuckverzierten Decken und Lüstern die Qual der Wahl zwischen unzähligen Eissorten jenseits von Schoko, Erdbeer, Vanille. Alle selbst gemacht, alle bio, und Veganer finden eine ganze Reihe von tollen Sorbets. Wenn ihr euren perfect summer day lieber mit einem super Frühstück starten wollt, seid ihr auf der Aachener Straße auch goldrichtig. Hier hat das cafecafe zum New York Breakfast den besten Möhrenkuchen der Stadt. Gerade im Sommer freue ich mich, wenn ich einen der Draußen-Plätze an der Aachener Straße erwischt habe. Das hat nämlich gleich zwei Vorteile: Ich hab genug Platz fürs reichliche Frühstück (an der Cafétheke drinnen wird das schon schwierig) und bin direkt mittendrin im trubeligen City-Life. Noch ein absoluter Frühstückstipp: Bei Miss päpki am Brüsseler Platz sitzt ihr wie in einer überdimensionalen, hellen und absolut gemütlichen Puppenstube und schlemmt wahlweise süß oder herzhaft mit Köstlichkeiten wie Erdnussbutter oder Kokoscrème. Und dazu ein Bio-Quittenseco!

Schöner kaufen!

So gut gestärkt bin ich jetzt bereit für eine Shopping-Tour durchs Viertel. Kleine Warnung vorweg: Ihr braucht Ausdauer, Zeit und den ein oder anderen Euro. Denn für Schnäppchen ist das Belgische Viertel nicht gerade bekannt. Dafür aber für eine ganze Reihe von kleinen und individuellen Läden für Kleidung, Design oder Wohnaccessoires. Jenseits der Mainstream-Ketten finde ich hier immer wieder Sachen, nach denen ich gar nicht gesucht habe. Kleiner Tipp: Konsum macht mir auch schon mal ein schlechtes Gewissen. Bevor ihr euch zum Bummeln aufmacht, schaut doch mal durch eure Schränke, tütet ein, was entbehrlich ist und geht damit zu Oxfam am Friesenplatz. Die freuen sich über gut erhaltene Sachen und verkaufen sie für einen guten Zweck.

Nicht von der Stange

Zum Beispiel im Siebten Himmel in der Brüsseler Straße. Das ist Buchhandlung, Design-Shop, Boutique und Mini-Galerie in einem. Liegt’s am liebevollen Raumkonzept (eingebaute Lesenischen) oder der leidenschaftlichen Beratung? Aus diesem Laden komme ich so gut wie nie ohne Tüte, ääh sorry, ohne richtig schöne Tasche raus, die es zu Buch und Co. dazu gibt. Gleich gegenüber findet ihr bei Blutsgeschwister Mode und Taschen, die wirklich mit Herzblut gemacht sind – und noch mehr ausgefallenes Design und Artwork bekommt ihr bei Schee in der Maastrichter Straße und ein paar Schritte weiter Cooles und Schickes aus Leder bei Hack Lederware.

Mode im Parkhaus

Aber ums jetzt kurz zu machen – schließlich ist ja Sommer und das Leben findet draußen statt: Einen guten Überblick über die schönsten und ausgefallensten Läden des Viertels findet ihr im Veedel-Führer Chic Belgique. Und blockt euch doch schon mal den 10. Juni 2017. Dann findet der diesjährige le bloc statt, ein tolles Mode- und Design-Event rund um den Brüsseler Platz mit den schon legendären Modeschauen im Parkhaus an der Maastrichter Straße.

Ich will raus!

Hey, das Wetter spielt mit, und wie so ein Veedel tickt, kriegt ihr ohnehin am besten mit, wenn ihr euch einfach durch die Straßen treiben lasst. Das kostet natürlich Kraft. Auftanken könnt ihr die ganz retro-like im 70er-Jahre-Flair des Hallmackenreuther am Brüsseler Platz oder im Schatten der hohen Bäume im Biergarten des Stadtgartens. Und wer kräftemäßig so unten ist, dass zum „Kraft-Tanken“ auch noch ein ordentliches Stück Fleisch gehören muss, der sollte die Beef Brothers am Rudolfplatz ansteuern. Der Laden gehört tatsächlich zwei Brüdern, die tolle Burger machen. Die Karte ist zwar klein, dafür ist jede der acht Burger-Varianten (darunter auch ein vegetarischer) ein echter Hauptgewinn.

Raus aus der Schnitzelsenke

Es ist soweit, ihr spürt: Das leckere Eis, das kalte Kölsch oder die anderen Köstlichkeiten, die es im Belgischen Viertel gibt, müssen abtrainiert werden. Wenn jetzt noch die Selbstdisziplin siegt, ist die Fitnessstation im Inneren Grüngürtel eine richtig gute Adresse. Das ist Köln größter Trimm-Parcours, der sich mit seinen High-Tech-Geräten vor keinem Fitnessstudio verstecken muss. Probiert einfach mal aus, was neben den Klassikern wie Kniebeugen und Klimmzügen alles möglich ist. Mit der Fitness könnt ihr dann in Zukunft im Belgischen Viertel auch die Nacht zum Tag machen.

Titelfoto: © Dieter Jacobi | Köln Tourismus GmbH

Weitere Informationen zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

 

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)