Grafenwerth und Co. – ein toller Tagesausflug

Grafenwerth

Reif für die Insel!

Vor ungefähr zwei Wochen hat es mich zusammen mit zwei Freundinnen Richtung Süden gezogen. Bei schönstem Frühlingswetter wollten wir gerne einen Tagesausflug machen und dabei ein bisschen aus dem städtischen Umfeld herauskommen. Ein Ausflug auf die kleine Insel Grafenwerth, die zwischen Bad Honnef und Rolandseck im Rhein liegt, bietet sich dafür natürlich an. Kombiniert haben wir das Ganze mit einem kurzen Abstecher nach Remagen und einem Besuch im Wildpark Rolandseck.

 

Die Hinfahrt

Es gibt zwei Wege, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bonn nach Grafenwerth zu kommen: entweder man wählt die rechtsrheinische Route, steigt in Bad Honnef aus und kann vom Bahnhof aus bequem zu Fuß über eine der Brücken auf die Insel laufen. Oder man fährt auf der linken Seite den Rhein entlang  – bis Rolandseck  –  und nimmt von dort die sensationell günstige Fähre auf die andere Seite des Flusses. Von da aus sind es dann ebenfalls nur noch wenige Minuten Fußmarsch bis zur Insel. Wir haben uns allerdings dazu entschlossen, unseren Ausflug in Remagen zu beginnen und uns dort erst einmal ein Eis zu gönnen. Also bleiben wir noch ein wenig länger in der Bahn sitzen und steigen schließlich im „staatlich anerkannten Fremdenverkehrsort“  Remagen aus.

 

Erstes Ziel: Remagen

Ich hatte schon von Freunden gehört, dass es in Remagen sehr schön sein soll, also möchte ich mich bei dieser Gelegenheit gerne selbst davon überzeugen. Und tatsächlich: Remagen ist voll von süßen kleinen Gassen mit Fachwerkhäusern, hübschen Plätzen und einer schönen Flusspromenade. Auch von hier aus kann man sich übrigens Rhein in Flammen ansehen – das nächste Mal allerdings erst wieder 2018. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Stadtkern setzen wir uns in eines der Cafés am Rhein und gönnen uns einen Eiskaffee. Auch wenn die Zeit heute nicht reicht, um sich alle Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt anzuschauen, so ist der erste Eindruck auf jeden Fall positiv.

 

Weiter geht’s nach Rolandseck

Nach einer Weile brechen wir wieder auf, schließlich haben wir noch einiges vor heute. Da wir ja nun schon auf der linken Rheinseite sind, wollen wir als Nächstes den Wald- und Wildpark Rolandseck besuchen, der ein Stück nördlich von Remagen gelegen ist. Wir steigen am Bahnhof in die nächste Regionalbahn nach Rolandseck und laufen von dort aus etwa zehn Minuten einen kleinen Berg hinauf zum Eingang des Parks. Neben den Eintrittskarten kaufen wir uns an der Kasse auch noch zwei Wildfutterbeutel und freuen uns auf die Tiere. Hinter dem Eingang erwartet uns allerdings erstmal ein großer und gut besuchter Spielplatz, dahinter begrüßen uns zwei Esel neben einem unbewohnten Kaninchengehege.

 

Ein Spaziergang durch den Wildpark

Der Wildpark ist ingesamt ungefähr 350.000 m² groß und größtenteils naturbelassen. Auf dem hügeligen Gelände mit zahlreichen Wanderwegen befinden sich große Wald- und Wiesenflächen, auf denen das Wild teilweise frei herumläuft. Durch die große Fläche des Parks und die vielen Rückzugsmöglichkeiten in ruhigere Zonen bekommt man nicht immer das Rot- und Damwild zu sehen. Die Wildschweine und Hochlandrinder haben aber ihre eigenen Gehege und von den Zäunen aus kann man diese Tiere gut beobachten und füttern. Da es im Frühjahr Nachwuchs gegeben hat, bekommen wir heute auch viele Frischlinge zu Gesicht. Es laufen auch einige Schafe, Ziegen und Alpakas im Park herum, die sich zwar brav fotografieren lassen, jedoch alle kein großes Interesse an unserem Futter haben. Am Ende haben wir noch einen ganzen Futterbeutel übrig, da alle Tiere schon satt zu sein scheinen.

Mit Kindern kann man sich hier wahrscheinlich den ganzen Tag beschäftigen. Wir haben aber nach einem ausgiebigen Spaziergang genug gesehen und machen uns nach ungefähr zwei Stunden wieder auf den Weg zum Ausgang. Dort besteigen wir noch den Aussichtsturm, der sich am Anfang des Parks befindet. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Rhein, die beiden Inseln Nonnenwerth und Grafenwerth sowie auf das Siebengebirge.

 

Mit der Fähre nach Bad Honnef

Von Rolandseck aus setzt eine kleine Fähre auf die andere Rheinseite über. Die Anlegestelle befindet sich in direkter Nähe zum Bahnhof, wir müssen also nicht lange suchen. In wenigen Minuten hat die Fähre den Rhein überquert und wir können in Bad Honnef wieder an Land gehen. Von hier aus sind es nur ein paar Meter bis zur Brücke, die die Insel Grafenwerth mit dem Festland verbindet. Grafenwerth ist nur 1,20 × 0,26 km groß und in der Mitte der Insel befindet sich ein großes Freibad, auf dessen Gelände man auch Minigolf, Beachsoccer und Volleyball spielen kann. Außerdem ist auf der kleinen Insel auch noch ein Tennis-Club ansässig. Es gibt also jede Menge Möglichkeiten, sich hier die Zeit zu vertreiben, viel Platz für Natur bleibt aber leider nicht mehr.

 

Ein Nachmittag auf der Insel Grafenwerth

Nachdem wir die Insel einmal umrundet haben, setzen wir uns zunächst in den Biergarten, der sich an der nördlichen Spitze der Insel befindet. Hier kann man es sich bei einem kühlen Radler und einer Portion Pommes Frites auf jeden Fall gut gehen lassen. Neben dem typischen Biergarten mit Selbstbedienung gibt es hier auch ein richtiges Restaurant, das heute allerdings durch eine geschlossene Gesellschaft belegt wird. An der äußersten Spitze der Insel, also noch hinter dem Biergarten, befindet sich ein schmaler Streifen Land, an dem sich viele Besucher sonnen und einige auch mit den Füßen im seichten Rheinwasser planschen. In der angenehm milden Nachmittagssonne ist dies der perfekte Platz, um den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf das Siebengebirge mit dem Drachenfels auf der einen, und dem gegenüberliegenden Rodderberg mit dem berühmten Rolandsbogen auf der anderen Seite.

Am frühen Abend machen wir uns von Bad Honnef aus auf den Rückweg nach Bonn. Dadurch, dass all die Orte, die wir heute besucht haben, so nah beieinander liegen, lassen sich die Ausflugsziele sehr gut miteinander verbinden. Ganz in der Nähe liegt auch das Arp Museum und der oben erwähnte Rolandsbogen, auf der anderen Seite des Rheins der Drachenfels. In Bad Honnef und Remagen gibt es sicherlich auch noch vieles zu entdecken. Dies wird auf jeden Fall nicht mein letzter Ausflug in diese Region gewesen sein!

Weitere Infos zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Hi, ich bin Sarah. Lebe in und blogge aus Bonn. Erfahrt mehr über mich und meine Reiseleidenschaft auf meinem Blog | www.tonlosekunst.de/tonlosekunst_blog