Im Sommer ein Bonner

Bonn von oben

Entspannter Ausflug in die Rheinstadt

Komm, wir fahren nach Bonn und genießen den Tag! Der Vorschlag meiner Freundin an einem noch viel zu frühen Samstagmorgen trifft auf wenig Gegenliebe, während ich noch mit den Auswirkungen der harten Arbeitswoche kämpfe. Bevor ich mich aber wieder in das Land der Träume verabschiede, höre ich noch die Worte Stadtstrand, Eis und kühles Bier. Da hat sie mich – und außerdem soll aktive Entspannung auch viel erholsamer sein, als nur faul rumzuhängen.

Gesagt, getan! Und weil Verkehrsstaus und ewige Parkplatzsuche mal so gar nicht unser Ding sind, fahren wir lieber mit dem vareo-Zug bis zum Hauptbahnhof nach Bonn. Das ist erstens viel entspannter und gibt uns zweitens noch die Gelegenheit, unseren Ausflugstag grob zu planen. Das erste Ziel ist schnell klar: Da wir am Sonntag genauso gerne ausgiebig frühstücken, wie meine Freundin spontan ist, zieht es uns nach der Ankunft gleich zum Ökomarkt direkt am Bonner Münster. Der hat noch bis 14 Uhr geöffnet und frische Bio-Lebensmittel im Angebot. Wir nutzen die Gelegenheit und decken uns mit Backwaren ein, verzichten aber auf Käse, Milch und Wurst, die uns bei dem heißen Wetter schnell verderben würden. Ich hoffe, davon haben wir zu Hause noch genug im Kühlschrank.

 

Street Food en masse am Marktplatz

Wir werfen noch einen flüchtigen Blick auf das Bonner Münster und flanieren weiter über die Remigiusstraße und die Marktbrücke bis zum historischen Marktplatz mit dem alten Rathaus. Durch den verspielten Rokoko-Stil ist es hübsch anzusehen, aber eigentlich hat uns ein anderer Grund hierhin geführt: Der Einkauf auf dem Ökomarkt hat unseren Appetit so angeregt, dass wir ihn jetzt befriedigen wollen. Und das ist bei der großen Auswahl an Street Food, frischen Früchten u. v. m. überhaupt kein Problem. Nach einem kurzen Streifzug fällt die Wahl auf einen saftigen Burger. Lecker!

 

St. Remigius: Refugium der Stille

Auf dem anschließenden Verdauungsspaziergang Richtung Rheinufer erblicken wir die römisch-katholische Kirche St. Remigius und entschließen uns zu einer kurzen Besichtigung. Die Infotafel erklärt, dass die gotische dreischiffige Pfeilerbasilika mit ihrem Kreuzgratgewölbe 1317 aus Tuffstein errichtet wurde, der aus der Umgebung stammt. Sie wurde bereits mehrmals zerstört, aber immer wieder originalgetreu aufgebaut. Ich genieße noch eine Weile die ruhige, kühle und selige Atmosphäre, bis meine Freundin dann leise drängt, jetzt endlich wieder in die Sonne und zum Wasser zu gehen.

 

Kalt, lecker, cremig: Spezialitäten aus dem EisLabor

Während wir gemütlich am Brassertufer entlangspazieren und die pralle Sonne genießen, trifft es mich wie der Blitz: Ein Freund hatte mir doch von dieser ausgezeichneten Eisdiele in Bonn-Beuel erzählt, für die alleine sich die Anreise schon lohnen würde. Kurzerhand zücke ich mein Smartphone, und nach einem Anruf weiß ich: Sie heißt EisLabor und befindet sich nur knapp 15 Minuten Fußweg entfernt in Bonn-Beuel auf der anderen Rheinseite. Wir überqueren die Kennedybrücke und erfreuen uns sowohl an der Aussicht über den Rhein Richtung Post Tower als auch am Gedanken an leckere Eisspezialitäten. Als wir dann links in die Hermannstraße einbiegen, sehen wir an der Kreuzung zur Friedrich-Breuer-Straße auch schon die lange Schlange. Aber kein Wunder: Hier gibt es noch hausgemachtes Eis aus völlig naturbelassenen Zutaten sowie Milch und Joghurt vom Bauernhof. Das heiße Wetter trägt natürlich auch seinen Teil bei. Nach gar nicht allzu langer Wartezeit entscheide ich mich für das außergewöhnliche Avocado-Eis. Cremiger geht’s nicht!

 

Schöner Abstecher in die grüne Siegaue

Innerlich erfrischt entscheiden wir uns dann für einen Spaziergang Richtung Norden in die Siegaue. Zugegeben, vom Bonner Zentrum nicht gerade ein Katzensprung, aber bei guter Kondition und Lust am ausgedehnten Spazierengehen auf jeden Fall den Extragang wert. In der grünen Flussauenlandschaft mit ihren breiten Kiesbänken mündet die Sieg in den Rhein, und spätestens jetzt sind die Auswirkungen meiner harten Arbeitswoche verflogen, und ich spüre, wie sich meine Energiespeicher langsam, aber stetig füllen. Auf dem Rückweg fällt mir ein zwitschernder Vogel mit seinem leuchtend blauen und rostroten Gefieder auf. Wie sich später bei einer Google-Recherche herausstellt, handelt es sich um den Eisvogel, die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel. 2009 war er sogar Vogel des Jahres in Deutschland.

 

Sommerliche Abendstimmung im Biergarten

Als wir auf dem Rückweg schon fast wieder an der Kennedybrücke angekommen sind, fällt meiner Freundin das „Bahnhöfchen“ (in der Rheinaustraße 116) auf, und sie schlägt vor, dass wir uns ein kühles Blondes gönnen sollten. Wegen der urigen Einrichtung und dem Biergarten mit Blick auf den Rhein stimme ich natürlich bereitwillig zu – genau das Richtige nach dem langen, aber schönen Spaziergang. Als wir den Tag dann so Revue passieren lassen und die langsam einkehrende Abendsonne genießen, werden es dann doch zwei Bierchen mehr. Die Stimmung ist einfach viel zu schön, und wir beide sind schon ein bisschen traurig, als wir uns langsam über die Kennedybrücke wieder auf den Weg Richtung Bonner Hauptbahnhof und gen Heimat machen. Was für ein toller Tag in einer tollen Stadt!

Weitere Informationen zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Bahnreiser, Naturbursche und Freizeitentdecker!