Schön da oben: Burg Are im Ahrtal

Burg Are

Der Sommer neigt sich seinem Ende entgegen. Um den weiten Sommerhimmel und schöne Aussichten noch einmal so richtig zu genießen, hat mich mein letzter Ausflug in diesem Sommer in der vergangenen Woche nach Altenahr geführt. Dort befindet sich in unmittelbarer Nähe zum kleinen Ortskern die Ruine der Burg Are.

 

Die Gemeinde Altenahr

Wie der Name Altenahr schon vermuten lässt, befindet sich das Städtchen im Ahrtal. Die Ahr schlängelt sich durch die hügelige Landschaft und in jedem Ort finden sich unzählige Gaststätten, in denen der regional angebaute Wein angepriesen wird. Kein Wunder, denn das Weinbaugebiet Ahr ist das größte geschlossene Rotweinanbaugebiet in Deutschland. Bestimmt kann man hier auch sehr schön wandern gehen, außerdem gibt es in der Nähe von Altenahr eine Sommerrodelbahn. Ansonsten macht das Städtchen auf mich aber einen eher verschlafenen Eindruck. Um durch die Altstadt zu schlendern, schön Kaffee trinken oder shoppen zu gehen, bieten sich andere Orte sicherlich besser an. Hier gibt es nur eine Hauptstraße mit vielen Pensionen und Gaststätten und das war es eigentlich auch schon. Die Ortsgemeinde Altenahr hat aber auch nur knapp 2000 Einwohner, man ist also sehr schnell einmal durch den Ortskern gelaufen. Das hat den Vorteil, dass ich vom Bahnhof Altenahr zu Fuß schnell und bequem zur Burg Are gehen kann, denn die befindet sich auf der anderen Seite des Städtchens.

Der Aufstieg zur Burg Are

Auch der Weg zur Burgruine ist erst einmal sehr unspektakulär und wenn man nicht gut achtgibt, kann man ihn auch leicht übersehen: Zwischen zwei Häusern befindet sich ein sehr unauffälliger Durchgang mit einem kleinen Schild, das zum Rotweinwanderweg und zur Burg Are weist. Von dort aus führt ein Schotterweg bergauf und hinein in ein kleines Wäldchen. Nach wenigen Minuten erreiche ich schon den Eingang zur Burganlage und nachdem ich durch die ersten Tore hindurch gewandert bin, erstreckt sich vor mir der erste schöne Ausblick über das Tal, die Ahr und Altenahr.

 

Die Burg Are und ihre Geschichte

Die Ruine der Burg Are erstreckt sich über mehrere Ebenen. So ergeben sich immer wieder neue Ein- und Ausblicke auf die verschiedenen Teile der Burganlage und die umliegende Landschaft. Von dem höchsten Turm – dem Bergfried – kann man in alle Richtungen Ausschau halten und die Felsformationen der umliegenden Berge bewundern. Im Innenhof der Burg stehen auf einer Wiese ein paar Bäume und ein Holztisch mit Bänken, der sich sehr gut für ein Picknick oder zumindest für eine Verschnaufpause eignet. Hier lasse ich mich nieder, um eine kleine Mittagspause einzulegen. Ich habe mir von zu Hause eine Thermoskanne mitgebracht und genieße nun den heißen Kaffee, während ich in der Sonne sitze und dem Rauschen der Blätter im Wind zuhöre. Ein wirklich idyllischer Ort!

Die Burg Are wurde um das Jahr 1100 von Graf Theoderich erbaut und 1121 erstmals urkundlich erwähnt. 1246 schenkte Graf Friedrich von Hochstaden unter Zustimmung seines Bruders Konrad von Are-Hochstaden die Grafschaft Are mit der Burg Are dem Erzstift Köln. Konrad von Are-Hochstaden war zu diesem Zeitpunkt Erzbischof von Köln. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg weiter ausgebaut und befestigt. Lange Zeit galt die Burg Are als geistiges und kulturelles Zentrum für das gesamte Gebiet. Nach neunmonatiger Belagerung durch französische Truppen wurde die Burg 1690 schließlich erobert. Durch den Beschuss der Franzosen wurde die Burganlage stark beschädigt. In den kommenden Jahren wechselten mehrmals die Besatzer, bis schließlich 1706 kurkölnische Truppen die Burg übernahmen. Die Einwohner von Altenahr wurden in Folge von den Soldaten auf der Burg so bedrängt, dass sie den Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern um Hilfe baten. Dieser ließ 1714 die Mauern der Burg schießlich im Einvernehmen mit den Dorfbewohnern sprengen. Seitdem ist die Burg eine Ruine. Brauchbare Baumaterialien wie Holz und Steine wurden anschließend für den Neubau des Amtshauses am Fuße des Burgberges und für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser im Dorf genutzt.

 

Die Burg als Ausflugsziel

Auf dem Gelände der Burgruine sind viele Hinweisschilder angebracht, auf denen Informationen zu den einzelnen Gebäuden und zur Geschichte der Burg zu finden sind. Während ich mir alles in Ruhe anschaue, begegnen mir mehrere Wanderer, die ebenfalls einen Abstecher zur Burg Are gemacht haben. Eine Familie mit mehreren Kindern setzt sich an den Tisch und packt ihr mitgebrachtes Essen aus. Die Burg ist wirklich ein guter Ort für eine Wanderpause oder einen kleinen Ausflug ins Grüne.

 

In der Umgebung

Nach ungefähr einer Stunde gehe ich zurück nach Altenahr. Ich setze mich noch für ein Stück Kuchen auf die Terrasse eines Cafés und suche mir auf meinem Handy eine passende Bahnverbindung heraus. Von Altenahr aus benötigt man ungefähr eine Stunde mit der Regionalbahn nach Bonn. Wer genügend Zeit mitbringt, kann den Ausflug nach Altenahr mit einem Abstecher nach Bad Neuenahr-Ahrweiler verbinden. Dort gibt es neben den obligatorischen Weingastronomien zum Beispiel die Ahr-Thermen, die Stadtmauer, die Altstadt von Ahrweiler und einige Museen. Gerne komme ich im nächsten Jahr wieder ins Ahrtal und erkunde die Gegend noch ein bisschen mehr!

Mehr Informationen zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

 

 

Verfasst von

Hi, ich bin Sarah. Lebe in und blogge aus Bonn. Erfahrt mehr über mich und meine Reiseleidenschaft auf meinem Blog | www.tonlosekunst.de/tonlosekunst_blog