Der Gerolsteiner Felsenpfad

Gerolsteiner Felsenpfad

Von wegen: im Mittelgebirge hat es nur Wald und Wiesen. Wer sich ein bisschen alpine Gefühle verschaffen möchte, der ist in den »Gerolsteiner Dolomiten« genau richtig. Hier haben viele Millionen Jahre Geo-Geschichte ihre Spuren hinterlassen. Eindrucksvolle Felsen ragen aus lichten Wäldern heraus; Wald- und Wiesenpfade gibt es gratis dazu. Der »Gerolsteiner Felsenpfad« ist eine wunderschöne leichte Rundwanderung für die gesamte Familie mit abwechslungsreichen Stationen auf gut 8 Kilometern.

 

Vom Bahnhof in die Natur

Am Gerolsteiner Bahnhof, der im Stadtzentrum liegt, starte ich meine Wanderung. Im Bahnhof kann man erst einmal noch seinen Proviant in einem Bäckerladen aufstocken und eine saubere Toilette benutzen, bevor es los geht. Dort gibt es auch ein kleines Touristikbüro der Hillesheim und Gerolsteiner Land Touristik. Eine nette Mitarbeiterin sagt mir, wo ich den Einstieg in den »Gerolsteiner Felsenpfad« finde. Aus dem Bahnhof raus, überquere ich zunächst die Brücke über die Kyll, dann laufe ich nach links und etwa 700 Meter die Brunnenstraße entlang bis zu einer weiteren kleinen Brücke: das Portal zum »Gerolsteiner Felsenpfad«.

Nach der Brücke geht es auf einem schmalen Weg zwischen Häusern hindurch. Dann bin ich schon im Wald und die Genusswanderung kann beginnen. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, an manchen Stellen muss man aber schon die Augen offen halten, um die Wegmarkierung zu finden. Ich möchte deshalb, wie so oft, auch auf dieser Wanderung nicht auf meine »outdooractive-App« verzichten.

 

Geologische Zeitreise

Drei Kilometer lang geht es jetzt weitgehend durch schönen Mischwald. Dann öffnet sich die Landschaft oberhalb der Kasselburg mit einem tollen Ausblick auf die Burg und in die Eifel. Wer möchte, kann jetzt noch ein paar Hundert Meter zur Burg wandern und sich das Mittelalterbauwerk aus der Nähe anschauen oder aber in den »Adler- und Wolfspark« gehen. Bei mir kommt beides auf die »Can-do-Liste«, an diesem schönen Herbsttag wandere ich aber lieber erst einmal weiter.

Immer wieder stoße ich bei der Wanderung auf Tuff-, Kalk- und Basaltsteine – kein Wunder bei der Vergangenheit, die diese Landschaft hinter sich hat. Immerhin befinden wir uns im Herzen eines UNESCO Global Geoparks, dem Geopark Vulkaneifel.  Auf Infotafeln werden die Besonderheiten der Region eingehend beschrieben. Der Marketingleiter von »Gerolsteiner« wäre sein Geld nicht wert, würde er nicht die Gelegenheit nutzen, den »Gerolsteiner Felsenpfad« für gezielte Werbung beim durstigen Wanderer einzusetzen. Denn hier ist das »Gerolsteiner Mineralwasser« zu Hause. Und so gibt es schon auf dem Wanderweg immer wieder den Hinweis zum Gerolsteiner Brunnen. Bei einem Abstecher  kann man nämlich im Besucherzentrum von »Gerolsteiner« alles darüber erfahren, wie das Mineralwasser aus der Erde und in die Flasche kommt.

 

Fels und Höhle

Mein persönliches Highlight ist die Felsenlandschaft rund um die Buchenlochhöhle. Die Buchenlochhöhle selbst ist dabei relativ unspektakulär, aber in Verbindung mit der hölzernen Treppe, die in die Höhle führt, durchaus ein Hingucker. So habe ich dann recht bald wieder meine Wanderung entlang der vielen Felsformationen fortgesetzt, die sich rund um die Buchenlochhöhle befinden. Immer raschelndes Laub unter den Füßen und weichen Waldboden. Von einem Felsvorsprung, der Munterley kann man kurz bevor es wieder durch ein Wohngebiet von Gerolstein zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück geht, die 7500 Einwohner große Stadt von oben sehen. Eingebettet in schönste Eifellandschaft.

Weil die Wanderung auf dem Gerolsteiner Felsenpfad sicherlich zur Hälfte durch Wald führt, ist sie im Herbst besonders schön, Für die Färbung des Laubes bei Sonnenschein gibt es nämlich von mir einen Genusspunkt extra. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass der Rundweg auch im Winter seinen ganz besonderen Reiz hat. Dann wenn kein Laub mehr an den Bäumen hängt, ist der Blick auf die Felsen frei und man sieht mehr von ihnen.

 

Nach der Natur kommt die Kultur

In Gerolstein finden sich einige nette Cafés, Geschäfte und Restaurants, so dass sich in jedem Fall ein Stadtbummel lohnt. Genau den unternehme ich nach meiner Wanderung, die meinem Hund und mir viel Spaß gemacht hat. Getoppt wird sie nur noch von einem Besuch in der evangelischen Erlöserkirche. Die Erlöserkirche von Gerolstein ist in jedem Fall einen Abstecher wert. Allerdings muss man dann entweder mittwochs oder samstags nach Gerolstein kommen. Denn nur an diesen Tagen gibt es eine Führung durch die Kirche. Und das Innere der Kirche bietet spektakuläre Bilder: sie ist üppig mit Gold bemalt und mit 24 Mio Mosaiksteinchen verkleidet. Mehr Informationen zur Erlöserkirche gibt es auf der Seite der Hillesheim und Gerolsteiner Land Touristik.

Wem der »Gerolsteiner Felsenpfad« mit seinen gut 8 Kilometern zu kurz ist, der kann ihn mit dem »Keltenpfad« (rund 7 Kilometer lang) kombinieren und wandert dann die »Gerolsteiner Dolomiten Acht«.

 

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Verfasst von

Hallo, ich bin Martina Gonser und lebe in der Vordereifel. Von hier aus blogge ich unter meineeifel.de alles zum Thema Eifel-, Wander- und Ausflugstipps, Einkaufs- und Ausgehempfehlungen, gutes Essen, Kultur- oder Musikevents. Hauptberuflich arbeite ich als Rundfunkreporterin im SWR Studio in Koblenz – und nebenbei als Gastbloggerin hier auf go-vareo.blog