Stimmung pur: Der Weihnachtsmarkt in Trier

Weihnachtswichtel Trierer Weihnachtsmarkt

Die dritte Kerze brennt schon – und die Lichterkettendichte in den Fenstern und Vorgärten und auf den Balkonen hat mächtig zugenommen. Für noch mehr festliche Stimmung sorgt bei uns immer ein Besuch des Weihnachtsmarktes. In diesem Jahr sogar vor einer ganz besonderen Kulisse. Denn wir nutzen die Zeit und treffen gleichzeitig Freunde, die es in die älteste Stadt Deutschlands gezogen hat:  Wir besuchen den Weihnachtsmarkt in Trier.

 

Prächtige Kulisse

Nach einer gemütlichen Zugfahrt durch eine leicht frostig angepinselte Winterlandschaft geht’s nach dem Wiedersehen am Hauptbahnhof direkt in Richtung Weihnachtsmarkt. Vom Bahnhof sind das nur ein paar Schritte bis zur Fußgängerzone, wo sich der Trierer Weihnachtsmarkt rund um den mittelalterlichen Hauptmarkt bis zum Domfreihof erstreckt.

Für uns ist es der erste Besuch in Trier und jetzt tatsächlich vor der Porta Nigra zu stehen, die ich bis jetzt vor allem von der Abbildung in meinem alten Lateinbuch kannte, ist ein Erlebnis. Der Auftakt zu einer Zeitreise in meinen Gedanken und jetzt auch für meine Füße – denn wir schlendern weiter Richtung Hauptmarkt. Und das Ambiente ist wirklich stimmungsvoll und romantisch. Vermutlich auch ein Grund, warum sich auf dem Trierer Weihnachtsmarkt so viele Liedermacher, Chöre und international bekannte Tenöre die Ehre geben. Über 28 Live-Auftritte verzeichnet das Programm des Weihnachtsmarkts in diesem Jahr.

 

 

Der Hauptmarkt ist das schönste Rahmenprogramm

Auf dem mittelalterlichen Hauptmarkt gruppiert sich ein Großteil der 92 aufwendig dekorierten Stände. Das Angebot ist vielfältig und reicht vom Weihnachtsschmuck, über handgemachte Pfeifen, Holzspielzeug, Keramik bis zu Köstlichkeiten für den verwöhnten Gaumen. In weiten Teilen gibt es hier auch das zu sehen und kaufen, was andere Weihnachtsmärkte im Programm haben, aber das Ambiente macht eindeutig den Unterschied und ein paar besondere Highlights, die nicht unbedingt zum Standardrepertoire von Weihnachtsmärkten gehören.

 Dazu zählt zum Beispiel die große Pyramide, die sich in diesem Jahr zum ersten Mal nicht vor der imposanten Kulisse des Trierer Doms dreht, sondern auch auf dem mittelalterlichen Hauptmarkt zu finden ist. Und auf dem Trierer Weihnachtsmarkt hat man auch die exklusive Möglichkeit, die einzige amtierende Glühweinkönigin Deutschlands zu treffen. Sie stammt aus Konz, einer kleinen Weinbaugemeinde in der Nachbarschaft Triers, und ist an eine Krone auf dem Kopf und das auf dem Thron-Sitzen gewöhnt. Ist sie doch gleichzeitig auch die amtierende Saar-Obermosel-Weinkönigin.

 

 

Gaumenfreuden in reicher Auswahl

Überhaupt, der Glühwein. Das ist hier nicht das zuweilen grauenhafte Gepansche, das es auf vielen Weihnachtsmärkten zu trinken gibt, sondern richtig guter Mosel-Winzer-Glühwein. Und den kann man je nach Laune in rot oder weiß haben. Wir folgen dem Rat unserer (Neu-)Trierer Freunde und machen auf dem Weg zum Domfreihof einen kleinen Schlenker ins Café Christis. Denn wenn es nach unseren Freunden geht, gibt es hier im Sommer das beste Eis und im Winter den allerbesten Glühwein. Nach Geheimrezept Kessel für Kessel gebraut, schmeckt der gerade in der Vorweihnachtszeit besonders gut. Wir probieren und sind begeistert. Ich bin mir sicher, dass selbst Asterix für einen solchen Kessel Glühwein bestimmt auch mal seinen Zaubertrank hätte stehen lassen.

Neben dem ultimativen Glühweintipp haben unsere Freunde natürlich auch noch die passende Idee, was wir dazu essen können. Neben Reibekuchen, gebrannten Mandeln, Rostbratwurst, gebratenen Champignons oder handgemachten Suppen – auf Weihnachtsmärkten gibt es ja so gut wie alles und jeder hat seine ganz speziellen Vorlieben. Aber für uns darf es dieses Jahr etwas Anderes sein: frisch gebackene Sauerteigbrottaschen direkt aus dem Ofen, die entweder klassisch wie eine Art Flammkuchen belegt und gefüllt sind oder in einer Variante mit Möhren oder Kartoffeln auf die Hand wandern. Sehr sehr lecker und vor allem nicht so fettig wie die meisten anderen kulinarischen Weihnachtsmarktgenüsse.

 

 

Winzerglück

Gut gestärkt und innerlich gewärmt schlendern wir weiter und lassen uns treiben. Langsam wird es dunkel und im Lichtermeer entfaltet der Weihnachtsmarkt seine ganz besondere Atmosphäre. Weil wir nach dem guten Winzerglühwein von der Mosel auf den Geschmack gekommen sind, besuchen wir noch das »Weinsinnnig« in der Palaststraße. In der kleinen Vinothek mit angeschlossenem Laden dreht sich alles um den guten Tropfen und die Winzerweine der Region. In den netten Räumen finden oft unterhaltsame Veranstaltungen und Events statt. Und selbst jetzt im Winter hat die Weinbar auch noch eine Mini-Außengastronomie zu bieten. Zum Glück mit Wärmelampen. Wir finden dann aber drinnen nicht nur ein paar schöne Geschenke, sondern auch noch Platz für einen schönen Abschluss des Tages. Nur schade, dass ich noch zu gut gesättigt bin, so müssen die selbstgemachten Flammkuchen (auch tolle vegetarische Varianten) bis zu unserem nächsten Besuch warten. Aber das sollte nicht zu lang dauern. Trier (auch ohne Weihnachtsmarkt) ist auf jeden Fall eine Reise wert.

 

 

Vielleicht findet ihr ja auch in diesem Jahr eure ganz speziellen kulinarischen Lieblinge auf dem Weihnachtsmarkt. In Trier habt ihr dafür noch bis zum 22. Dezember Zeit. Also nichts wie los 😉

Vom Trierer Hauptbahnhof aus (RB 12 oder RB 22) sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zur Fußgängerzone und dem Hauptmarkt, schon steht ihr mitten drin im Weihnachtsmarktvergnügen.

Weiterführende Infos rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Bahnreiser, Naturbursche und Freizeitentdecker!