Entspannen in den Ahr-Thermen in Bad Neuenahr

Ahrt-Therme Bad Neuenahr

Draußen grau, drinnen warm

Im Moment hat die Natur nicht gerade die große Farbpalette zur Hand. Es scheint fast so, als gäbe es zurzeit nur unzählige Abstufungen von hellem über mittleres und dunkles bis zu fast schwarzem Grau. Die passende Wetterbegleitung dazu sind Nieselregen oder überfrierende Nässe.

Da ist ein Ausflug in wärmere Gefilde eine der besten Ideen, die man jetzt haben kann. Wenn Palmen und ein kilometerlanger Sandstrand das Zeit- und Kostenbudget sprengen, bietet eine entspannte Auszeit in den Ahr-Thermen in Bad Neuenahr eine prima Alternative. Also: Freundin gefragt, ob sie Lust und Zeit hat, in den vareo gestiegen, in Bad Neuenahr wieder ausgestiegen und gemütlich in ein paar Minuten zu den Ahr-Thermen geschlendert.

Kurort mit Tradition

Bad Neuenahr lockt vor allem mit dem Flair seines Kurviertels. Hier spürt man an vielen Ecken die Tradition des berühmten Heilbads. Bekannt geworden ist der Ort vor allem durch seine Quellen. Die Apollinaris-Quelle wurde im Jahr 1852 durch den Ahrweiler Weinhändler Georg Kreuzberg in einem seiner Weinberge entdeckt. Wie man heute weiß, wurde das Tafel- und Heilwasser insbesondere zur Linderung innerer Erkrankungen genutzt. Damit war der Grundstein für den Aufbau des Kurbades gelegt. Der 1861 entdeckte Große Sprudel im Kurpark ist bis heute als Heilquelle stattlich anerkannt.

Auf in die Fluten!

Vom »sprudelnden Gold« profitieren auch die Ahr-Thermen. Hier kann man im 31° C warmen Mineralwasser aus vulkanischer Tiefe baden. Das ist schon mal eine Temperatur, die uns an diesem Schmuddelwettertag lockt. Wir haben uns für unseren Besuch für ein kleines Arrangement mit dem vielversprechenden Namen »Freundinnentag für Zwei« entschieden. Dazu gehören dann der Besuch der Therme, die Teilnahme an einer Saunazeremonie (die wechseln täglich und bieten immer wieder andere Schwerpunkte) und für den , der mag, on top noch ein Glas Ahrwein. Die Winzergegend merkt man eben selbst noch ganz nah am Wasser 🙂

Mit den vielen Informationen der netten Dame am Eingang sind wir fast ein bisschen überfordert, aber keine Sorge, mit den Basis-Infos zu den Fragen „Wo sind die Umkleiden und Duschen?“, „Wo geht’s ins Wasser?“ und „In welcher der vielen Saunen findet die Zeremonie statt?“ kommen wir dann doch ganz gut zurecht.

 

Vor der eigentlichen Saunazeremonie, die zweimal täglich stattfindet, haben wir noch ein bisschen Zeit, und die nutzen wir direkt für einen Gang in die »Fluten«. Uiiii, das erste Becken, in dem wir unsere Zehen ins Wasser tauchen, ist ab Kniehöhe doch kühler als erwartet. Auf kleinen Schildern wird die Wassertemperatur im jeweiligen Badebereich angegeben. Das hier sollen 30° C sein. Fühlt sich allerdings nicht so an und bringt uns augenblicklich dazu, kräftig loszuschwimmen. Vermutlich ist das ein kleiner Trick, damit die Thermenbesucher nicht nur genüsslich im warmen Sprudel sitzen, sondern sich auch ausreichend bewegen. Bei uns hat’s funktioniert. Und das nächste Becken, das laut Beschriftung nur ein Grad wärmeres Wasser für uns bereithält, fühlt sich jetzt schon fast wie eine mit lauwarmem Wasser gefüllte Badewanne an.

 

Saunazeremonie mit Konzept

Von hier aus kann man auch unter einer kleinen Brücke hindurch in den Außenbereich schwimmen. Im Winter ist es toll dort draußen. Die dichten Rauchschwaden über dem Wasser verleihen dem Ganzen eine gedämpfte Stimmung, und der Nieselregen und das große Wettergrau drumrum verschwinden fast völlig. Wir können durch den Nebel noch gerade so die große Uhr auf der Liegewiese ausmachen und sehen: höchste Zeit, um den Weg in den Saunabereich zu suchen. Schließlich soll die Zeremonie pünktlich starten.

Die Saunalandschaft befindet sich im Untergeschoss der Anlage, und heute gibt es die Tropical-Zeremonie in der Event-Sauna im Außenbereich. Wir sind eine kleine Gruppe. Von Jung bis Alt ist alles vertreten, von Neulingen wie uns bis zu Stammgästen, die die Zeremonie wöchentlich mitmachen. Steffi und Carsten weisen uns ein und wedeln beim tropischen Aufguss kräftig mit den Tüchern. Puh, ganz schön heiß, aber gut auszuhalten. In der ersten kleinen Pause gibt es einen gesunden Vitaminsaft »innerlich« und ein Körperpeeling »äußerlich«, das aus Kaffee, Maisgries und Olivenöl besteht. Weitere Saunagänge, eine hausgemachte Körperpflege und einen Obstsalat später sitzen wir angenehm durchwärmt und leicht matt an der Theke im Thermenrestaurant und lassen das Event bei einem kleinen Snack und Getränk, die auch noch zur Zeremonie dazugehören, ausklingen.

Schön war’s, aber ich staune doch, dass einer der älteren Stammgäste aus unserer Saunarunde tatsächlich noch Lust und Energie hat, auch die zweite Zeremonie am frühen Abend mitzumachen. Dafür bin ich tatsächlich zu schlapp. Es reicht noch für ein paar Runden im Wasser, dann sind die Liegen am Beckenrand doch zu verlockend. Von hier aus und bei einbrechender Dunkelheit kann man wunderbar in die offene Dachkonstruktion der Therme schauen. Zusammen mit der Unterwasserbeleuchtung und den farbigen Lichteffekten entsteht eine schöne Atmosphäre, die den Retro-Chic der eben doch nicht mehr ganz taufrischen Anlage in den Hintergrund treten lässt.

Als wir uns später im Nieselregen (der sich leider immer noch nicht verabschiedet hat) wieder auf den Weg zum Bahnhof machen, leuchtet auf der anderen Straßenseite die imposante Spielbank des Kurorts herüber. Hätten wir jetzt noch mehr Zeit und ein kleines Euro-Polster, wären die hochherrschaftlichen Spielsäle ein verlockendes Ziel. So heben wir uns diesen Besuch für unseren nächsten Ausflug nach Bad Neuenahr auf. Dann so chic gekleidet, wie wir uns gerade von innen fühlen.

Ein bisschen Glück und ihr könnt dabei sein

Wenn ihr auch Lust auf einen Thermenbesuch bekommen habt und euren Zeremonienmeister in Bad Neuenahr finden wollt: Wir verlosen 3 x den »Freundinnen-Tag für Zwei«. Mitmachen ist ganz einfach. Zu den Infos bitte hier entlang.

Mehr Informationen zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)