Naturkunde auf dem Himmeroder Hof

Himmeroder Hof

Lehrreicher Ausflug ins Naturparkzentrum Rheinbach

Nach dem klirrend kalten Winter klopft endlich der Frühling an die Tür. Da zieht es uns natürlich raus ins Grüne. Ziel ist der Naturpark Rheinland, der in der südlichen Spitze der Niederrheinischen Bucht, zwischen Rhein und Eifel, viele Freizeitangebote bietet. Vorher wollen wir uns aber noch schlaumachen und die Dauerausstellung „Erlebnisraum Naturpark Rheinland“ besuchen. Auf geht’s – nach Rheinbach zum Himmeroder Hof!

Gemeinsam mit meiner Frau und meinem Neffen fahre ich frühmorgens von Köln bis zum Hauptbahnhof Bonn, dann steigen wir um in die S 23, die uns auf direktem Weg bis zum Bahnhof Rheinbach bringt. Als wir ankommen, kitzelt die Sonne bereits unsere Gesichter – die Laune könnte nicht besser sein. Vom Bahnhof aus gehen wir gemächlich in Richtung Altstadt und genießen dabei die malerische Atmosphäre mit den alten Fachwerkhäusern. Bevor wir in das Naturparkzentrum gehen, wollen wir noch schnell einen Blick auf die Reste der Rheinbacher Burg am Südostrand der Altstadt werfen – zum Glück liegen beide Ziele nah beieinander. Und der kleine Umweg lohnt sich: Die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts konservierte und teilweise rekonstruierte Hauptburg bietet einen tollen Anblick. Überhaupt sind die zahlreichen und unter Denkmalschutz gestellten Bauten, die das Stadtbild der Innenstadt prägen, alleine schon den Besuch von Rheinbach wert.

Leider haben wir heute kein sehr großes Zeitfenster mitgebracht, aber falls es noch passen sollte, möchten wir später noch gerne den Wasemer Turm und den Hexenturm besichtigen, die beide ebenfalls in fußläufiger Reichweite liegen.

Naturparkzentrum und Glasmuseum unter einem Dach

Um meinen kleinen Neffen bei Laune zu halten, kürzen wir den Stadtspaziergang jetzt ab und machen uns auf den Weg Richtung Himmeroder Hof. Schließlich haben wir dort ja auch noch ein kleines Kultur- und Naturprogramm vor uns. Nur gute 10 Minuten zu Fuß und wir stehen vor dem in Form einer fränkischen Hofanlage gestalteten Gebäudeensemble. Der Hof steht seit 1986 unter Denkmalschutz und beherbergt das Naturparkzentrum Rheinbach sowie als Kernstück das örtliche Glasmuseum. Und die Geschichte mit dem Glas spielt hier in Rheinbach eine ganz besondere Rolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in Rheinbach aus dem Sudetenland vertriebene Glasveredler an, und bis 1947 gab es hier insgesamt acht Glasfachbetriebe. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ort. Kein Wunder, dass Rheinbach stolz auf seinen Ruf als Glasstadt ist.

Das Naturparkzentrum in Rheinbach ist eines von vier Naturparkzentren des Naturparks Rheinland. Und gleich beim Betreten des Zentrums sind wir uns sicher, dass ein Besuch nicht reichen wird. Denn bei der Fülle an Broschüren, Wanderkarten und Flyern, Angeboten für Mitmachaktionen oder Ferienprogrammen für Kinder müssen wir wohl öfter kommen, um nur einen Bruchteil des tollen Programms wahrnehmen zu können. Daneben gibt es natürlich auch noch die interessante Dauerausstellung, die interaktiv und auch für Kinder ansprechend über Natur- und Umweltthemen informiert. Und das Beste: zum Nulltarif!

 

Entdeckertour in den Rheinbacher Stadtwald

Für viele Veranstaltungen sollte man sich frühzeitig anmelden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. So richtig los geht es mit den Outdoor-Events ab April, wenn die Temperaturen mitspielen und dazu einladen, mehr Zeit draußen zu verbringen. Für meinen Neffen steht fest: Er will unbedingt an der „Entdecker-Westen-Expedition“ teilnehmen. Das klingt spannend, und ich bin dabei. Ausgestattet mit Becherlupe, Notizblock und weiteren Gimmicks, die wir in der Natur gut gebrauchen können, geht es raus in den Rheinbacher Stadtwald. Schon Wahnsinn, wie viele Wanderwege es hier gibt, dazwischen jede Menge Teiche und tolle Möglichkeiten für eine Rast oder ein Picknick, falls man nicht in einem der Cafés oder Restaurants einkehren möchte. Nach unserer Entdeckertour steht für uns noch das Naturparkquiz auf dem Programm. Die perfekte Bühne für ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen meiner Frau und dem Kleinen, das mein Neffe zum Schluss hauchdünn für sich entscheidet.

 

Lernen macht hungrig

Da der Tag jetzt schon fortgeschritten ist, versüßen wir uns die Zeit vor unserer Abfahrt noch mit Waffeln, Milchkaffee und heißer Schokolade. So gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof in Rheinbach. Auf der Rückfahrt haben wir eine Menge Tipps und Ideen im Kopf, wie wir unseren nächsten Tag im Naturpark Rheinland – über den wir ja jetzt schon ziemlich viel wissen – verbringen wollen. Er beginnt ja quasi direkt vor unserer Haustür! Und Waffeln dürfen auch gerne wieder dabei sein.

Für die Anreise fahrt ihr zunächst zum Bonner Hauptbahnhof, von dort bringt euch die S 23 zum Bahnhof Rheinbach. Das Naturparkzentrum Himmeroder Hof liegt nur etwa 10 Gehminuten entfernt.

Weiterführende Infos rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Bahnreiser, Naturbursche und Freizeitentdecker!