Hoch hinaus im Kletterpark »Wald-Abenteuer« in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Kletterpark »Wald-Abenteuer«, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Fast ganz nach oben!

Verrückt, verrückt und nochmal verrückt. Oder wie würdet ihr das nennen: Ich habe Höhenangst, und wo ging’s hin bei unserm letzten Ausflug? In den Kletterpark »Wald-Abenteuer« nach Bad Neuenahr.

Na klar, ich kann schon vom Balkon einer Wohnung im 3. Stock aus die Aussicht genießen, aber zwischen Baumwipfeln über wacklige Holzbrücken zu balancieren, gehört für mich tatsächlich nicht zu den größten Freizeitvergnügen. Nichtsdestotrotz haben wir uns mit Freunden (alles dabei von Klein bis Groß, von 10 bis 62 Jahren) mit dem Zug (der vareo hat uns bis zum Bahnhof in Bad Neuenahr gebracht) oder Auto und sogar mit dem Rad auf den Weg gemacht und haben uns beim Kletterpark getroffen.

Die Lage, die Lage, die Lage

Der liegt wirklich wunderschön mitten im Wald und fügt sich toll in die Landschaft des Ahrtals ein. Mit mehr als 60 Kletterstationen auf einer Fläche von rund 7 ha gehört die Anlage zu den größten in Deutschland. Die Hauptattraktion ist die Megaseilrutsche mit 450 m Länge, an der man in einer Höhe von 30 m über den Kletterpark saust.

Und dann sollte er kommen, der Moment, an dem ich am liebsten die Uhr ein bisschen vorgestellt und mich schon auf der großen Wiese (der sogenannten »Paradieswiese«, wie ich später erfahre) zu unserem Riesenabschlusspicknick eingefunden hätte. Aber nichts da. Auch für mich steht jetzt zuerst der Verlust des festen Bodens unter den Füßen auf dem Programm. Zum Glück gibt es vorher eine Sicherungseinweisung. Ich glaube, selten habe ich so aufmerksam zugehört. Bestimmt haben die Kletter-Guides die Hinweise rund um den Klettergurt schon tausendmal gegeben, aber die Infos sind wirklich kurzweilig und so verständlich erklärt, dass auch die Kids mit dem Gurtsystem prima zurechtkommen. Im Prinzip klettert man mit einer doppelten Sicherung. Das heißt, der erste Karabiner kann erst gelöst werden, wenn der zweite fest eingehakt ist. Und eisernes Gesetz: Sobald man den Boden verlässt, ist man immer gesichert unterwegs. Ich fürchte, bei Ausnahmen bekommt man hier lebenslängliches Kletterverbot 🙂

Ab in die Lüfte

Jetzt kann es also wirklich losgehen. Weil niemand von uns unter 1,40 m groß ist, lassen wir den Kinder-Parcours und das Kletterlabyrinth links liegen (wäre für mich aber gar nicht so schlecht) und starten mit dem einfachsten der Adventure-Parcours. Insgesamt gibt’s von denen vier, die sich im Schwierigkeitsgrad steigern. Außerdem einen Partner-Parcours, gespickt mit Aufgaben, die man nur zu zweit meistern kann, und den Xtreme-Parcours. Der Name klingt schon so, dass ich mir diese Kletterstationen bestimmt nur aus sicherer Entfernung und von unten ansehen werde.

Beim ersten Adventure-Parcours soll es einfach losgehen. Na, für mich Kletterangsthasen ist das auf jeden Fall schon eine Herausforderung. Innerhalb unserer Gruppe bin ich logistisch geschickt in die Mitte genommen worden, damit ich von vorn und hinten motiviert werden kann und mich unser Trupp »weiterträgt«. Von unten sahen die Plattformen in den Bäumen gar nicht so hoch aus. Aber jetzt, mit den Füßen drauf, sind sie erschreckend klein, die Brücke vor mir ist unvorstellbar wacklig und das nächste Ziel kaum erreichbar. Unter aufmunternden Zurufen und mit dem Gedanken, dass ja dank der Sicherung eigentlich nichts passieren kann, klettere ich mich durch die Stationen. Aber hallo, ich habe tatsächlich schon allen Mut zusammengenommen, den ich noch hatte. Die Kids aus unserer Gruppe sind natürlich fast affenmäßig schnell durch die Bäume gehangelt und balanciert und bereits auf der Suche nach neuen Aufgaben in den weiteren Parcours. Für mich heißt es jetzt erstmal, die Knie zu beruhigen und vom sicheren Boden aus Fotos zu machen. Diese Rolle gefällt mir ganz gut.

Jump!

Für die anderen stehen eine ganze Menge Sprünge auf dem Programm. Von verschiedenen Tarzan-Sprüngen bis zum Banana Jump, bei dem man ohne eine »Liane« zu einer Riesenbanane springt und sich wie ein Äffchen dranklammert und locker hin und her schwingt. Wem übrigens der Xtreme-Parcours an Herausforderung noch nicht reicht, der kann sich für den ultimativen Adrenalinkick an die »Todesschleuder« wagen. Da ist für die Hälfte unserer Gruppe Schluss, die anderen wagen es tatsächlich.

Na, danke schön. Erst geht’s an einer Strickleiter auf eine kleine Plattform in rund 14 m Höhe. Dort oben klinkt man sich an eine künstliche Liane oder, profaner gesagt, ein Stahlseil, an dem man dann, je nachdem, wie hoch man abspringt, fast 4 m im freien Fall ins Bodenlose springt. Und ihr könnt es glauben, die Tarzan- oder Jane-Schreie stellen sich bei diesem Absprung und dem anschließenden Ausschwingen automatisch ein.

Highlight: die Megaseilrutsche

Langsam haben auch die Kletterwütigsten unter uns dicke Arme bekommen, und die Zeit für unser Abschlusspicknick auf der Paradieswiese ist gekommen. Allerdings wollen wir vorher noch mit der Megaseilrutsche über den Wald zum gegenüberliegenden Berg und wieder zurück sausen.

Selbst ich wage mich an dieses Abenteuer, denn man soll einen tollen Blick auf das Ahrtal haben. Und das ist nicht zu viel versprochen. Von dort oben sehe ich nicht nur die Paradieswiese (die übrigens auch eine Schutzhütte hat, falls das Wetter mal nicht so ganz mitspielt, und eine Feuerstelle für Grill-Events), sondern gucke auch weit ins Ahrtal und die wunderschöne Landschaft. Einfach super!

Beim anschließenden Picknick auf der riesigen Wiese lässt jeder seine ganz persönlichen Reinhold-Messner-Momente Revue passieren, und der Klettertag wird schon jetzt in den frischen Erinnerungen immer abenteuerlicher. Ich bin froh, dass die größte körperliche Anstrengung für mich nur noch darin besteht, ein Glas oder Baguettebrötchen heben zu müssen. Das geht übrigens ganz ohne Sicherung 🙂

Nur die Jüngsten unter uns haben tatsächlich noch einen Rest Energie für ein Fußballmatch. Aber auf dem Heimweg im Zug ist auch bei ihnen der Akku leer.

Mehr Informationen zu eurer Anreise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)