Rasanter Rutsch ins nasse Glück: das Aqualand Köln

Aqualand Köln

Okay, man kann in der Badewelt des Aqualands Bahnen (oder vielmehr Runden) schwimmen. Ja gut, auch Wellness wird hier großgeschrieben. Schließlich gibt es eine ganze Menge Erlebnisgrotten, Dampfbäder, Saunen und das Solewasser. Aber warum wohl die meisten hier sind, das sieht man bei der Ankunft schon von außen: Bunt geringelt und mächtig gewunden tummeln sich zahllose Röhrenrutschen um und durch das Gebäude. Und obwohl der Wiener Architekt Hundertwasser hier garantiert nicht am Werk war, erinnern die Bemalung der Wände und der organisch geformte Baukörper an seine Bauten. Allerdings nur ein bisschen, denn der Boden ist eben, als wir eintreten, und rechte Winkel und Ecken findet man hier auch 🙂

Unser Besuch im Aqualand ist ein Spontanentschluss gewesen, da die Sonne sich heute entschieden hat, ein eher seltener Gast zu sein. Also perfekt, um ein paar Stunden im Schwimmbad zu verbringen. Das geht ja eigentlich immer. Zur Abwechslung haben wir uns heute für eines entschieden, das Nervenkitzelerlebnisse garantiert und wo man drinnen und draußen Spaß haben kann.

Also: Taschen gepackt und kurzerhand mit Zug und Bus zum nassen Vergnügen ins Aqualand. Der Eingangsbereich macht schon mal Lust auf mehr. Durch die große Kuppel fällt so viel Licht ins Bad, wie der Tag heute so hergibt, und mit den vielen Palmen, Pflanzen und verwinkelten Grotten entsteht eine Badewelt, die uns fast in 1001 Nacht entführen will. Und im Kinderland planschen die Kleinsten im dschungelartig gestalteten Badeparadies.

Aber wir haben jetzt keinen Blick mehr für die Poolbar, die vielen Whirlpools oder die Erlebnisbecken, sondern machen uns auf direktem Weg auf ins Rutschenparadies. Und für alle, die mit Speed ins Wasser sausen wollen, ist es das tatsächlich. Fast alle Rutschen tragen Namen, die schon ahnen lassen, dass es gerne etwas schneller sein darf. Bei manchen stürzt man sich mit Reifen in die Röhre, bei anderen kann man sich erbitterte Kopf-an-Kopf-Rennen liefern und um die Wette rutschen, und ganz Hartgesottene können sich auch am freien Fall probieren.

Obwohl wir an einem Wochentag hier sind, ist das Bad gut besucht. Aber die Wasserrutschfreunde verteilen sich erstaunlich gut an den einzelnen Rutschen, und wir sind meist nach ein bis zwei Minuten an der Reihe und können ins Abfahrtglück eintauchen. Nach kurzer Zeit hat jeder von uns seine Lieblingsrutsche entdeckt. Wer das wilde Wasser mag, ist im AQUAcanyon richtig, denn hier geht es um enge Kurven und mit richtig viel Wasser in die Tiefe. Ich mag ja lieber noch einen Reifen zwischen mir und dem Rutschenboden, darum gefällt mir die AQUAconda gut. Mal saust man in einer halb transparenten Röhre, mal in einer geschlossenen mit tollen Lichteffekten hinab, aber immer richtig schnell in einem gelben Gummireifen.

Das mit der Schnelligkeit scheint allerdings so eine Sache zu sein. Mir ist es schleierhaft, wie man bei den für meinen Geschmack ohnehin schon recht rasanten Abfahrten noch an seiner Bestzeit arbeiten will. Aber es gibt tatsächlich eine Menge Wasserrutscher, die recht ambitioniert am Werk sind. Da wird an perfekt abgewinkelten Füßen und der richtigen Rücklage gefeilt. Besonders gut geht das bei der Doppelrutsche AQUAracer, bei der man sich in einer Doppelröhre mit Trennwand heiße Wettrennen liefern kann. Am Ende der heißen Rutschpartie sagt einem die Anzeige, wie schnell man war und wer gewonnen hat.

Bei uns überwiegt eher der Fun-Faktor. Wahrscheinlich auch der Grund, warum sich nur zwei von uns in die Looping-Rutsche wagen. Die wirbt mit einem Raketenstart. Na, vielen Dank. Wer Mindestmaß und -gewicht mitbringt (und genug Mut), stellt sich in die Raketenrutsche, zählt den Countdown mit und wird dann, nachdem sich eine Art Falltür im Boden geöffnet hat, im freien Fall nach unten katapultiert. Mit genug Speed, um im anschließenden Looping nicht hängen zu bleiben. Schneller geht’s wirklich nicht.

Sind wir eigentlich schon Stunden hier? Beim Rutschen hat mich mein Zeitgefühl schon bald verlassen, und das Adrenalin ist langsam aufgebraucht. Ich glaube, eine entspannte Auszeit wäre jetzt genau das Richtige. Zum Glück verfügt das Aqualand auch noch über einen heute ruhigen Außenbereich. Hier gibt’s grüne Liegewiesen, bei schönem Wetter bestimmt toll. Wir haben jetzt nur noch Kraft und Zeit, uns gemütlich durch den Strömungskanal treiben zu lassen und in den nicht mehr ganz so grauen Himmel zu blicken.

Auf dem Nachhauseweg sind wir uns einig, dass so ein paar Stunden Wasserspaß einem vorher eher mäßigen Sommertag richtig gutgetan haben. Und als wäre das noch nicht genug, zeigt sich später auf dem Weg zum Bahnhof sogar die Sonne. Perfektes Timing 🙂

Zum Aqualand kommt ihr am besten mit RE 12, RE 22/RB 22, RB 24 oder RB 25 bis Köln Hbf, und von dort mit der S 11 bis zum Halt Köln-Chorweiler. Wer laufen möchte, kann in rund 15 Min. zu Fuß zum Bad laufen oder alternativ mit der Buslinie 120 bis zur Haltestelle Merianstraße fahren.

Weiterführende Infos rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

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Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)