Schöne Aussichten garantiert – Rund um die Saffenburg im Ahrtal

Saffenburg, Ahrtal

 

Wie fast alles im Leben ist auch das Geschmackssache, aber ich finde tatsächlich, dass die Ahrtalstrecke zu den schönsten vareo-Strecken gehört. Oder ist sie sogar die allerschönste? Zumindest hat sie in Relation zu ihrer Länge links und rechts der Gleise eine ganze Menge zu bieten. Und so, wie sich im Ahrtal auf engstem Raum die Weindörfer fast die Hände reichen, reiht sich entlang der Strecke ein kleiner Bahnhof an den nächsten.

Wir wollen heute mal wieder mehr Grün in unseren Tag bringen und haben uns einen Rundweg ab dem Bahnhof in Mayschoß rausgesucht. Der startet wirklich unmittelbar am historischen Bahnhofsgebäude (das beherbergt übrigens nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Ferienwohnung, falls es einem im Ahrtal so gut gefällt und man länger bleiben möchte), sodass wir vom Ort Mayschoß fürs Erste nicht mehr zu sehen bekommen.

In einer weiten Kehre führt uns ein Schotterweg bergan. Und unser erstes Ziel sehen wir schon von Weitem. Die Ruine Saffenburg thront weit oben auf einem Felsplateau und scheint nur darauf zu warten, bis wir die nötigen Höhenmeter durch die Weinberge zurückgelegt haben, um uns ihre Überreste näher anzuschauen. Sie ist vermutlich die älteste Burgruine im Ahrtal. Viel ist tatsächlich nicht mehr zu sehen. Nur ein paar Grundmauern lassen ahnen, welche Ausmaße die ursprüngliche Burg einmal hatte. Aber der Blick vom obersten Plateau aus weit über die Ahr und die Weinbergterrassen ist faszinierend. Von hier oben sehen wir auch schon den Verlauf unseres weiteren Weges. Mit derselben tollen Aussicht grasen übrigens auch ein paar Ziegen gleich neben der Burgruine.

Ein-Kehr mit Aus-Sicht

Wir haben Glück. Heute ist die Schutzhütte (eigentlich ist es schon fast ein richtiges Haus) mit Außengastronomie geöffnet. Sie wird von der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr bewirtschaftet. Wir legen nur zu gern eine Rast bei Zwiebelkuchen und Co. ein. Dazu das tolle Panorama übers Ahrtal. Herrlich. Gästen und Wanderern steht die Hütte in den Monaten Mai, September und Oktober an allen Feiertagen und Wochenenden offen. Ein Besuch lohnt sich.

Gut gestärkt ziehen wir weiter. Ein kurzes Stück auf dem alten Weg zurück, um dann dem schattigen Ahrtalweg bis zum Örtchen Rech zu folgen. Verwinkelte Gassen, viele Weinhäuser und Straußwirtschaften (je nach Region auch Besen-, Kranz- oder Rädlewirtschaften genannt) verleihen dem Weinort ein malerisches Ambiente. Straußwirtschaften dürfen nur saisonal geöffnet haben und dienen den Winzern dazu, ihre neuen Weine auszuschenken. Dazu gibt es kleine begleitende Deftigkeiten wie Zwiebel- oder Speckkuchen und eine Auswahl regionaler Gerichte.

Wir überqueren das Wahrzeichen von Rech, die steinerne Brücke mit der Statue des Hl. Nepomuk, bevor ein weiterer Anstieg auf dem Programm steht. Jetzt geht es auf den Rotweinwanderweg. Einer der malerischsten Themenwege der Region, aber eben auch einer der meistbegangenen. Von manchen wird er auch abschätzig Wanderautobahn genannt. Denn im Herbst kann es hier durchaus mal zum Stop-and-Go kommen. Dann ist im Ahrtal Hochsaison. An jedem Wochenende und in fast allen Orten des Ahrtals gibt es viele Veranstaltungen und Weinfeste, und aus dem Tal weht die Tanzmusik bis auf die Höhen der Weinbergterrassen hinauf.

Ein bisschen Athen an der Ahr

Wir wandern weiter bis zu den schroffen Felsen unterhalb der Michaelskapelle und zum Weinhaus Michaelishof. Diesmal kehren wir nicht ein, sondern laufen in weitem Bogen bis zur Schutzhütte Akropolis, an der es auch einen Waldspielplatz gibt. Sie steht an dieser Stelle noch nicht ganz so lange wie ihre griechische Namenspatin. 1972 wurde sie auf dem Gipfel des Mönchbergs errichtet. Und warum Akropolis? Überliefert ist, dass ein Besucher – es soll ein Student aus Mayschoß gewesen sein –, der zuvor die griechische Akropolis besichtigt hatte, bei seinem Ausblick vom Mönchberg ausgerufen haben soll: „Hier ist es ja schöner als auf der Akropolis!“

Ob’s stimmt? Eigentlich auch egal, die Aussicht ist auf jeden Fall umwerfend. Überhaupt, die Ausblicke. Fast nach jeder Wegkehre bietet sich ein noch schönerer Blick als der vorangegangene. Da könnte man das Weitergehen leicht vergessen J

Das passiert uns dann doch nicht, und nach insgesamt knapp 9 km erreichen wir wieder Mayschoß, Ziel unserer Rundtour. Das kleine Örtchen ist übrigens Rekordhalter. Hier gibt es nämlich die älteste Winzergenossenschaft der Welt.

Zug um Zug

Und der Abschluss unserer Tour ist dann ausgesprochen praktisch. Unmittelbar im historischen Bahnhofsgebäude von Mayschoß ist das Restaurant „Bahnsteig 1“ untergebracht, das Feines aus Küche und Weinberg anbietet. Das verkürzt natürlich unsere Wartezeit auf den nächsten vareo-Zug mehr als angenehm. Ehrlich gesagt, sogar auf den übernächsten Zug. Denn hier gibt es neben einer riesigen Flammkuchenauswahl und den Weinen von der Ahr viele köstliche Gründe, den einen oder anderen Zug vorbeifahren zu lassen, bevor wir uns dann zur Rückfahrt aus dem Ahrtal entschließen.

 

Mit dem vareo-Zug kommt ihr so nah an Start und Ziel dieses Rundwegs, wie es nur geht. Die Tour beginnt und endet nämlich direkt am Bahnhof in Mayschoß an der Ahrtalstrecke des vareo.

 

Weiterführende Infos rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

 

Verfasst von

Leidenschaftlicher Inputsammler mit ausgeprägten Chillqualitäten