Unterwegs auf dem Eifelbahnsteig – Von Oberbettingen nach Gerolstein

Müllenborn

 

Zwei Frauen, zwei Hunde, ein Ticket und … Lust auf eine Wanderung in der Eifel. So ging’s mit unserem Ausflug los, der übrigens direkt mit einer Premiere startete. Denn das TagesTicket Gruppe, mit dem wir unterwegs waren (kann ich übrigens nur empfehlen, superbequem und für kleinere Gruppen die günstigste Art, um mit Bus & Bahn mobil zu sein), habe ich zum ersten Mal als HandyTicket gekauft.

Ehrlich gesagt, ich bin nicht besonders technikaffin. Aber ich war positiv überrascht, wie problemlos mein Handy die Sache mit dem Ticketkauf erledigt hat. Wir sind in Trier gestartet. Deshalb war in diesem Fall für uns die kostenlose VRT-App die richtige. Aber ganz gleich, von wo aus ihr euch auf den Weg macht: Die meisten Verkehrsverbünde, wie z. B. VRS oder VRM, bieten mittlerweile die Möglichkeit des HandyTickets. Einfach die entsprechende Verkehrsverbund-App aufs Smartphone laden und mit ein paar Klicks zum richtigen Ticket. An eins solltet ihr allerdings denken, wenn ihr euch dann auf den Weg macht: an euer Handy. Denn da ist euer gültiges Ticket drauf 🙂

Laut der Routeninfos liegen heute recht sportliche 21 km vor uns. Und passend zum Start am Bahnhof in Oberbettingen grüßt die Sonne durch einen aufreißenden Wolkenhimmel.

 

 

Wir haben uns für die 13. Etappe des EifelBahnSteigs entschieden. Vielleicht habt ihr schon mal vom EifelBahnSteig gehört? Das ist ein Weitwanderweg, der von Euskirchen bis nach Trier führt und wirklich eine tolle Sache ist, wenn man mit Bus & Bahn zum Ausflug anreisen will. Denn er leitet in mehreren Etappen von Bahnhof zu Bahnhof und macht so aus einer Streckenwanderung ganz leicht eine Rundtour, ohne dass man extra für einen umständlichen Shuttle-Service nach der Wanderung sorgen müsste, der einen wieder zum Startpunkt zurückbringt. Das Besondere: Der Steig ist ein GPS-Weg. Das heißt, der Wanderweg ist nicht ausgeschildert, und ihr solltet euch die entsprechende GPX-Datei vorher auf euer Handy runterladen, oder, noch einfacher, ihr habt ein GPS-Gerät dabei. Ich habe mir eins von meinem Onkel geliehen, der ein passionierter Quer-Wald-ein-Geher ist.

Vom Bahnhof in Oberbettingen aus geht’s erst mal ein ganzes Stück am Wald entlang. Auf sehr schmalen Pfaden, die manchmal schwer auszumachen sind, weil sie zuzuwachsen drohen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass ich mich doch für die lange Hose entschieden habe, denn die Brennnesseln wachsen links und rechts ganz munter. Für die Hunde scheint das kein Problem zu sein, allerdings ist zwischendurch und am Abend ein gründliches Absuchen auf Zecken bestimmt nicht die schlechteste Idee.

 

 

Die 13. Etappe des EifelBahnSteigs führt mitten durch die Vulkaneifel. Und diese erdgeschichtliche Besonderheit kann man an vielen Punkten und Highlights der Tour entdecken. So machen wir unsere erste kurze Pause am Lühwald-Vulkan. Hier gibt’s eine ganze Reihe von Bänken, um zu verschnaufen, und Infotafeln, die sehr anschaulich die vulkanische Vergangenheit der Eifel erklären. Wir folgen dem Waldweg entlang des erloschenen Vulkans und starten zur nächsten längeren Waldpassage. Über Wiesenwege und an Äckern und Feldern vorbei steigen wir hinab ins Tal nach Roth. Durchs Örtchen hindurch und im Anschluss wieder bergauf bis zum Vulkankegel des Rother Kopfs (immerhin 566 m) und zu den dortigen Mühlsteinhöhlen. Hier wurden vermutlich seit dem Mittelalter (ab ca. 1300) Mühlsteine abgebaut.

 

 

Wer nicht klaustrophobisch veranlagt ist, warme Sachen und eine Taschenlampe (unbedingt!) dabei hat, kann auch einen tieferen Einblick in die Höhlen wagen, in rund 15 m Tiefe und bei kühlen 6 Grad. Beachtet aber bitte, dass die Fledermäuse gerne ihr Winterquartier in Höhlen aufschlagen und deshalb das Betreten der Höhlen von Oktober bis Ende März nicht gestattet ist.

Nach einer ausgedehnten Rast am Rother Kopf mit grandiosen Ausblicken (etwas abseits des Wegs gibt’s auch eine schöne Hütte mit traumhafter Aussicht über die Eifelhöhen) kommt für mich mit dem Abstieg der schönste Abschnitt der Wanderung. Wer nicht so viel Proviant dabei hat wie wir, könnte jetzt im Landhaus Müllenborn einkehren. Für den Abstecher kämen dann noch jeweils 15 Minuten obendrauf.

 

 

Wir haben aber noch genug in unseren Rucksäcken dabei und gehen weiter zur Lavagrube Kasselburger Hahn. Hier können wir einen Blick in den Vulkankrater werfen und über eine Holztreppe weiter bergan Richtung Kasselburg gehen. Die Burgruine Kasselburg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist schon von Weitem mit ihrem imposanten Doppelturm zu sehen.

 

 

Rund um die Burgruine gibt es übrigens den »Adler- und Wolfspark Kasselburg«. Hier lebt das größte Wolfsrudel Westeuropas auf einem 10 ha großen Gelände. Wir merken uns den Park für einen weiteren Eifelausflug vor (Hunde hätten ohnehin keinen Zutritt zum Park gehabt) und schauen jetzt doch besorgt in den Himmel. Aus den weißen Wolken sind inzwischen tiefgraue geworden, und es beginnt, zu regnen. Nach einer Viertelstunde hat sich an der Wetterlage nicht viel geändert, und so kehren wir jetzt doch ein, und zwar im Forsthaus Kasselburg (lasst euch einfach mal von der Wasserspielorgel überraschen :)). Hier beschließen wir bei einem heißen Kakao, unsere weitere Tour abzukürzen.

 

Eigentlich lägen mit den Gerolsteiner Dolomiten und der Buchenlochhöhle noch ein paar Höhepunkte auf dem Weg, doch die sparen wir uns für einen trockeneren Wandertag auf. Bei diesem Schietwetter zieht es uns jetzt auf dem schnellsten Weg zum Bahnhof in Gerollten. Und obwohl uns Petrus gegen Ende unserer Tour so schnöde im Stich gelassen hat, sind wir von der Etappe (in unserer persönlich gekürzten Ausführung) begeistert.

 

 

Der Weg mitten durch die Vulkaneifel ist superabwechslungsreich, bietet immer wieder tolle Ausblicke und idealerweise auch eine Vielzahl von Bänken, um die Aussicht zu genießen. Wir haben die Hunde gefragt und … denen hat der Tag draußen auch mehr als gut gefallen 🙂

 

Den Bahnhof Oberbettingen-Hillesheim erreicht ihr mit RE 22/RB 22 auf der vareo-Eifelstrecke. Das ist der Startpunkt der Tour. Nach der Wanderung fahrt ihr vom Bahnhof in Gerolstein wieder zurück.

Weiterführende Infos rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)