Lichterglanz, Glühweinduft und mehr – eine Auswahl Kölner Weihnachtsmärkte

Karussell auf dem Kölner Weihnachtsmarkt

Wie wird es in diesem Jahr werden? Glühwein bei milden 14 Grad oder Plätzchen mit frostkalten Fingern knabbern und die Mütze tief über die Ohren gezogen? Was das Wetter für uns auch bereithält – die vielen Weihnachtsmärkte in Köln gehen wieder pünktlich an den Start. Hier geben wir euch eine unvollständige und naturgemäß subjektive Übersicht zu ausgewählten Weihnachtsmarkt-Events in der Stadt.

Wenn ihr euch in der Vorweihnachtszeit und dann vielleicht auch noch an einem der Adventswochenenden auf den Weg nach Köln macht, seid ihr in jedem Fall schon gut beraten, wenn ihr auf das Auto verzichtet. Die Kurverei durch die Straßen der Innenstadt und die Warteschlangen vor den Parkhäusern (wenn ihr es dann so weit geschafft habt) können nämlich schon gleich die Vorfreude auf einen vorweihnachtlichen Bummel im Keim ersticken. Lasst euch besser mit dem vareo-Zug mitten ins Geschehen bringen. Die meisten der vorgestellten Weihnachtsmärkte erreicht ihr fußläufig vom Hauptbahnhof aus und den im Kölner Stadtgarten z. B. sehr bequem vom Bahnhof Köln-West aus.

Köln hat gleich eine ganze Reihe von Weihnachtsmärkten zu bieten. Von den traditionellen großen über die alternativen und hippen oder leicht altmodischen in den einzelnen Veedeln bis hin zum schwul-lesbischen Weihnachtsspektakel »Heavenue« in der Nähe des Rudolfplatzes.

Der größte – und mit über vier Millionen Gästen jedes Jahr auch der meistbesuchte – ist der Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz gleich am Dom. Vor der Kulisse der angeleuchteten Kathedrale kommen die kleinen Stände und Hütten besonders gut zur Geltung. Vor so einem imposanten Kirchenhaus muss natürlich auch ein standesgemäßer Tannenbaum stehen. In diesem Jahr misst er rund 25 Meter und hat schon 70 Jahre in der Nähe von Siegen-Seelbach gestanden. Damit ist der Baum vor dem Dom traditionell der höchste natürliche Weihnachtsbaum in Nordrhein-Westfalen.

Aber es geht auch noch höher. Allerdings nicht in Köln. Wer ein Exemplar besichtigen will, das es auf rund 45 Meter Höhe bringt, muss nach Dortmund. Hier steht der größte Weihnachtsbaum der Welt. Auf den Zusatz »natürlich« müsst ihr hier aber verzichten, denn der Baum wird aus mehr als 700 Fichten zusammengebaut und bekommt einen über 4 Meter hohen Engel auf die Spitze gesetzt.

Für das Schmücken des Tannenbaums auf dem Kölner Roncalliplatz brauchen übrigens acht Dekorateure eine knappe Woche. Kein Wunder, am Baum leuchten und glitzern über 1.000 rote und goldene Kugeln und ca. 70.000 Lichter. Abgeschmückt spendet die Tanne dann nach Weihnachten noch einmal Freude. Sie wird nämlich zersägt und wandert als Futter und Knabberspaß an die Tiere des Kölner Zoos. Das ist doch mal nachhaltig 🙂

Wenn euch nicht so sehr der Sinn nach Glühwein, Reibekuchen oder Riesenchampignons steht, sondern ihr euch lieber ein bisschen bewegen wollt, solltet ihr den Weihnachtsmarkt am Heumarkt und Alter Markt besuchen. Hier könnt ihr ein paar entspannte Runden auf der Eislaufbahn drehen, oder ihr probiert es mal mit Eisstockschießen. Wollt ihr mal raten, wer die ganze Arbeit gemacht hat, um die Eisbahnen mit Brücke und Drive-in auf die Beine zu stellen? Genau, es waren die Heinzelmännchen, die diesem Weihnachtsmarkt auch ihren Namen gegeben haben. Ihr Brunnen steht zwar gleich in der Nähe des Doms, aber anscheinend haben sie sich genau diesen Weihnachtsmarkt am Heumarkt ausgesucht, um beim Aufbau zu helfen. Vielen Dank 🙂

Noch ein paar Fußminuten weiter in Richtung Süden erwartet euch in der Nähe des Schokoladenmuseums ein ganz anderer Weihnachtsmarkt. Direkt am Rhein im Rheinauhafen bittet der maritime Hafenweihnachtsmarkt an Bord. Hier könnt ihr ein paar Weihnachtsshantys mitsingen oder auf dem Dreimaster »Trudel« vor einem echten Weihnachtskapitän auf Probe heiraten. Die passende Urkunde gibt’s gleich dazu. Kombiniert euren Besuch (ob verheiratet oder nicht) doch gleich mit einer Besichtigung des neuen Hafenviertels. Werft einen Blick auf die Kranhäuser und den kleinen Yachthafen. Dazu bilden der historische Malakoffturm und die älteste erhaltene Kölner Brücke über den Rhein, die Hafendrehbrücke, einen reizvollen Kontrast.

Übrigens ist es von hier nur ein Katzensprung zur Kirche St. Maria in Lyskirchen. Sie ist die kleinste der zwölf romanischen Kirchen in Köln, und jedes Jahr zur Weihnachtszeit lohnt ein Besuch ganz besonders. Denn im Innenraum erwartet euch hier die Kölner Milieukrippe. Das ist eine Krippe, die die Weihnachtsgeschichte in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts verlegt hat und im zeitgenössischen Kolorit das Leben im Kölner Rheinauveedel zu dieser Zeit vorstellt. Jedes Jahr wird sie mit aktuellen Bezügen zur Gegenwart erweitert und ausgestattet. In diesem Jahr wird die Geschichte der Königin von Saba aufgegriffen, die auf das aktuelle Kriegsgeschehen im Jemen verweist. Es ist wirklich ein Erlebnis, an dieser Krippe entlangzugehen und immer wieder kleine Einzelheiten zu entdecken.

Zum Weihnachtsmarkt im ältesten Park von Köln kommt ihr am besten vom Bahnhof Köln-West aus. Im Stadtgarten unter wunderschönen alten Baumriesen findet unmittelbar in der Nähe des gleichnamigen Cafés und Restaurants ein ganz besonders stimmungsvoller Markt statt. Mitten im Belgischen Viertel kann man hier zwischen ausgefallenen Handarbeiten und hochwertigem Design stöbern. Und auch der Glühwein soll hier nach einem Geheimrezept gebraut werden und der beste der ganzen Stadt sein. Es gibt ein breites Veranstaltungsprogramm mit Lesungen und Theatervorführungen für Klein & Groß, Jazz- und Reggaekonzerte oder Christmas Evergreens zum Mitsingen.

Die Liste ist noch lang und es könnte ewig (na ja, fast) so weitergehen. In der Innenstadt finden noch auf dem Neumarkt und am Rudolfplatz Weihnachtsmärkte statt, und fast jedes Veedel hat seinen eigenen im Programm: zum Beispiel in der Südstadt am Chlodwigplatz, in Nippes auf dem Schillplatz, in Ehrenfeld am Ehrenfelder Bahnhof – oder besucht doch mal den kleinsten Weihnachtsmarkt Kölns. Ihr findet ihn an der Lutherkirche ebenfalls in der Südstadt. Hier wechseln die Händler und Food-Stände wöchentlich, und das Motto lautet »Glühwein saufen für den guten Zweck«. Denn der gesamte Erlös wird für soziale Projekte gespendet.

Aber am besten findet ihr bei eurem Streifzug durch Köln selbst heraus, wo ihr am liebsten in weihnachtliche Stimmung kommen wollt. Eine gute Übersicht zu allen Märkten und auch zu speziellen Indoor-Events wie dem »Päckchenalarm« oder »Holy Shit Shopping« findet ihr hier.

Die meisten der vorgestellten Weihnachtsmärkte sind fußläufig vom Kölner Hauptbahnhof aus zu erreichen. Der Weihnachtsmarkt im Stadtgarten liegt in der unmittelbaren Nähe vom Bahnhof Köln-West.

 

Weiterführende Informationen rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)