Spielen in der ältesten Stadt Deutschlands – Ein Besuch im Spielzeugmuseum Trier

Isetta Spielzeugmuseum Trier

 

Porta Nigra und Mosel, Basilika oder Amphitheater – das sind so die Highlights, die man mit Trier verbindet. Natürlich sind sie alle einen Besuch wert. Aber auch abseits der angesagten Publikumsmagnete gibt es in Trier einiges zu entdecken.

Zum Beispiel das kleine, aber feine Spielzeugmuseum. Sein Standort könnte nicht besser sein. Es liegt direkt am Hauptmarkt – der guten Stube von Trier ­– in den Etagen über der Traditionsgaststätte »Zur Steipe«. Also ein paar Treppenstufen oder mit dem Aufzug hinauf (das Museum selbst ist übrigens auch barrierefrei), und schon fühlt ihr euch in eine andere Welt versetzt.

 

Den Grundstock für das Museum hat die Sammlung des Ehepaars Scheurich gelegt. Er: ein ambitionierter Spielwarenhändler, sie: eine leidenschaftliche Puppenliebhaberin. Prima Voraussetzungen, um eine umfangreiche Spielzeugsammlung von der Antike bis heute aufzubauen. Da gibt es Blechspielzeug, Eisenbahnen, Zinnfiguren, Puppen und Puppenstuben, rare Steifftiere und Dampfmaschinen zu bestaunen.

Mehr als 5.000 Ausstellungsstücke erzählen auf zwei Etagen davon, wie, was und womit heute und früher gespielt wurde und wird.

Die Sammlung hat bestimmt ältere, ausgefallenere und wertvollere Exponate zu bieten, aber mein absoluter Liebling in der Ausstellung ist die »Altstadtsanierung«. Vor der Kulisse eines historischen Stadtkerns werkeln hier eine ganze Menge quirliger Steifftiere und sind so fleißig wie einst die Heinzelmännchen. Sie renovieren, sägen, putzen und wienern. Die Kulisse der malerischen Altstadt wurde 1962 für die Nürnberger Spielwarenmesse hergestellt, zunächst noch ohne Tiere. Nach Messeende wurde sie einer Behindertenwerkstatt zur Verfügung gestellt, wo sie dann in aufwendiger und liebevoller Detailarbeit von den Bewohnern mit Tieren und Tierchen ausgestattet und zum Leben erweckt worden ist. Nachdem die Einrichtung geschlossen wurde, kam die Altstadt ins Museum. Hier erwacht das muntere Treiben in der Stadt zu jeder halben und vollen Stunde, und dann ist es ein bisschen wie eine Zeitreise zu den Schaufenstern der großen Kaufhäuser in der Vorweihnachtszeit.

 

Überhaupt die Plüschtiere. Die Sammlung ist so umfangreich, ich glaube, mehr Tierarten haben damals auch auf der Arche Noah nicht Platz gefunden. Vermutlich nur ein paar weniger Teddybären 🙂

Ob Lego, Zinnsoldat oder fischertechnik, Eisenbahnen, Schuco Autos oder Puppen, jeder hat ja seine ganz persönlichen Klassiker und Vorlieben, wenn es um Spielzeug geht. Aber ein paar besondere Ausstellungsstücke solltet ihr nicht verpassen: Dazu gehören auf jeden Fall die Fledermaus Erik – ein ganz besonders rares Steifftier aus den 1960er-Jahren –, ein blecherner Tanzbär von 1880, der noch voll funktionsfähig ist und auch heute noch sein Tanzbein schwingen kann, und »Edmunds Tiergarten«. Das ist eine sehr detailreiche Zooanlage mit vielen Tiergehegen und unzähligen fein gearbeiteten Elastolinfiguren.

Schaut euch auf den beiden Etagen des Museums am besten selber mal um. Ohne eine Zeitreise in eure Kindheitstage (ganz gleich, wie lange die auch schon zurückliegen sollten) werdet ihr das Spielzeugmuseum bestimmt nicht verlassen.

Noch bis zum September 2019 läuft übrigens die Sonderausstellung »Happy Birthday! Barbie – eine Puppenlegende wird 60«. Ein Besuch lohnt sich. Vielleicht schafft ihr es ja bis dahin noch ins Trierer Spielzeugmuseum. Alle Infos zu Öffnungszeiten, Ausstellungen und Eintrittspreisen findet ihr hier.

 

Zum Spielzeugmuseum in Trier kommt ihr vom Hauptbahnhof aus zum Beispiel mit den Buslinien 3 oder 13 bis zum Halt »Treviris«, oder ihr lauft in rund 10 Minuten durch die Fußgängerzone direkt hin.

Weiterführende Informationen rund um eure Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)