Weinromantik Mosel zu Fuß – Der Weinkulturpfad in Trier

Panorama vom Trierer WeinKulturPfad

Ein Ausflug nach Trier ….da kommen einem unweigerlich die Römer in den Sinn. Kein Wunder, denn die Stadt war in spätrömischer Zeit Kaiserresidenz und eine der wichtigsten Metropolen. Mit der Porta Nigra (städtisches Wahrzeichen und einzig erhaltenes römisches Stadttor nördlich der Alpen), den Kaiserthermen oder dem Amphitheater, legt Trier auch heute noch davon Zeugnis ab.

Bei unserem kleinen Ausflug heute in und um Trier spielen die Römer aber nur eine untergeordnete Rolle. Genauer, das Amphitheater streifen wir am Rande 🙂 Unsere Tour wird dafür grün, sanft hügelig, lehr- und vor allem aussichtsreich. Wir wollen den Weinkulturpfad Trier gehen, der in rund 1,6km Länge von der Nähe des Amphitheaters bis in den Winzerort Olewig führt und auf 25 Infotafeln fast alles zur Weintradition Triers präsentiert – schließlich liegt die Stadt als eine der größten Anbaugemeinden mitten im Inbegriff der Weinromantik, dem Anbaugebiet »Mosel«.

Vom Trierer Hauptbahnhof aus könnt ihr mit dem Bus (z.B. mit den Linien 6/7 oder 16) zum Startpunkt der kleinen Wanderung, bis zur Haltestelle »Amphitheater« fahren. Wir sind aber durch die Innenstadt gelaufen. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde, der Weg ist schön zu gehen und ihr bekommt direkt eine Menge Sehenswürdigkeiten Triers »serviert«.

 

Der »Trierer WeinKulturPfad«, so der offizielle Name, ist mit weißen Schildern, auf denen zwei Weingläser unter der Sonne zu sehen sind, ausgewiesen. Zu Beginn der Tour weist euch gleich Bacchus, der römische Gott des Weines, den Weg. Ups, da haben sich die Römer doch noch einmal reingeschmuggelt 🙂

Als Kleinod und Besuchermagnet ist der Weg 1972 über den Dächern der Stadt Trier angelegt worden. Mitten durch die Weinberge (keine Angst, auf diesem Weg klettert ihr nicht durch Steillagen, hoch und runter geht es sehr moderat) und mit Infotafeln am Wegesrand, die viel Wissenswertes über die Geschichte des Weins und die Arbeit der Winzer berichten. Anlässlich der Landesgartenschau im Jahr 2004 auf dem Petrisberg, um den sich der Pfad windet, wurde dem Weg dann noch einmal ein »Facelifting« verpasst.

Doch in der jüngsten Vergangenheit war der Weinkulturpfad nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch unter die Räder. Kaputte Sitzbänke, zerstörte oder bis zur Unleserlichkeit verschmierte Infotafeln und fehlende Müllbehälter sorgten für einen traurigen Anblick. Von Kultur war hier leider weit und breit nichts mehr zu sehen.

Zum Glück mochte im Sommer 2018 ein Trierer Privatmann und Weinfreund auch nicht mehr mitansehen, wie sich hier die Moselmetropole präsentierte. Immerhin liegt Trier ja mitten in einem der größten Weinanbaugebiete Deutschlands. Also hat er sich ein Herz gefasst, die Ärmel hochgekrempelt und mit tatkräftiger Unterstützung den Weg samt Ausstattung wieder auf Vordermann gebracht. Gerade rechtzeitig zum großen Olewiger Weinfest, das jedes Jahr am ersten Wochenende im August stattfindet und Tausende von Besuchern nach Olewig lockt. Übrigens: Um solch missliche Zustände in Zukunft zu vermeiden, soll es jetzt regelmäßige Aufräumaktionen geben und eine Überarbeitung der Texttafeln ist auch geplant.

 

Wir genießen bei unserem Gang durch den »Wingert« (so sagt man auf Moselfränkisch zu Weinberg) in den Winzerstadtteil Trier-Olewig immer wieder die tollen Aussichten von den wieder zum Sitzen und Verschnaufen einladenden Bänken aus. Malerisch erstreckt sich die Trierer Innenstadt ungefähr 100m unterhalb des Wegs und mitten im Wingert liegt idyllisch ein altes Weinberghäuschen. Vielleicht hat es ja bei schlechtem Wetter den Arbeitern im Weinberg Unterschlupf geboten. Wie toll wäre es, hier zu wohnen (okay, zumindest zeitweise) und die wunderschöne Mosellandschaft fernab von Rummel und Betriebsamkeit fast ganz für sich allein zu haben!

Wenn ihr die Infotafeln aufmerksam studiert, erfahrt ihr nicht nur eine ganze Menge über Rebsorten, Klima, Bodenverhältnisse und Bearbeitung der Weinberge an der Mosel, sondern lernt auch die bekanntesten Olewiger Lagen kennen. Dazu gehören: Maximiner Kreuzberg, Deutschherrenköpfchen, Jesuitenwingert, Burgberg, St. Martiner Hofberg, Benediktinerberg, Kurfürstenhofberg und Felsköpfchen.

Das liest sich jetzt sehr trocken. Probieren ist natürlich die bessere Variante J

In den urigen Olewiger Winzerstuben könnt ihr die prima in die Tat umsetzen. Und dabei selbstverständlich auch lecker essen. Falls euch die Weine der Rebsorten rund um Olewig so gut munden, dass ihr gerne ein paar Flaschen davon mit nach Hause nehmen möchtet: kein Problem. Ihr müsst nicht wieder zurücklaufen, um zum Trierer Hauptbahnhof zu kommen. Die Buslinie 30 transportiert euch und wer weiß, vielleicht ja auch eure wertvolle Fracht, ganz bequem in weniger als einer Viertelstunde wieder ins quirlige Stadtleben von Trier.

 

Zum Startpunkt des Weinkulturpfads, der in der Nähe des Amphitheaters in der Sickingenstraße liegt, bringt euch vom Trierer Hauptbahnhof aus z. B. die Buslinie 7 oder ihr lauft ganz gemütlich von der Innenstadt aus (ca. 30 Minuten). Zurück geht es dann von Olewig aus mit der Buslinie 30 in ca. 12 Minuten bis zum Hauptbahnhof in Trier.

 

Weitere Informationen zu eurer Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier.

 

Titelbild: © Tourist-Information Trier

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)