Auf (stein)alten Spuren in Gerolstein – das Naturkundemuseum & mehr

Naturkundemuseum Gerolstein

 

Geht es euch auch so? Gerolstein kannte ich bisher vor allem mit ein paar Buchstaben mehr – und zwar mit dem Anhängsel »-er«.

Denn das Wasser aus der Flasche, ob mit oder ohne Kohlensäure, ist mir ein Begriff. Aber dort, wo der Sprudel herkommt, war ich noch nie. Das soll sich jetzt ändern. Wir wollen einen Na- & Kul-turtag machen und dafür ist Gerolstein wie gemacht. Hin geht’s mit dem vareo, der uns ganz bequem durch die tolle Eifellandschaft fährt. Schon während der Fahrt zieht vor dem Zugfenster viel Grün vorbei. Gerolstein liegt mitten in der Vulkaneifel an der Kyll und ist ein kleines Städtchen mit viel Natur drumherum.

Besucher zieht Gerolstein schon seit sehr, sehr langer Zeit an. Denn bereits der Neandertaler hat hier seine Spuren hinterlassen. Zeugnis davon legt vor allem die Buchenlochhöhle ab, die sich vor den Toren der Stadt befindet. Hier hat man nämlich neben Bärenzähnen, Knochen und Geweihen auch Werkzeuge und Waffen ehemaliger steinzeitlicher Bewohner gefunden.

Wir hatten bei unserem Tag in Gerolstein eine kleine Rundwanderung eingeplant und sind vom Bahnhof aus über das Munterley-Hochplateau, von dem aus ihr einen tollen Ausblick auf Gerolstein und die Umgebung habt, bis zur Höhle gewandert und von dort auf schönen Wegen wieder zurück in den Ort. Gute zweieinhalb Stunden haben wir für diese wirklich abwechslungsreiche Runde gebraucht. Wenn ihr vorhabt, eine ähnliche Erkundungstour zu starten, findet ihr z.B. unter eifelsteig.de/a-gerolsteiner-felsenpfad wissenswerte Tipps zu Routen und Wandermöglichkeiten.

 

Zurück in Gerolstein schlendern wir die Hauptstraße entlang. Hier gibt’s angefangen von Metzgereien und Bäckereien über Fast-Food-Imbisse bis zu gutbürgerlichen Restaurants eine ganze Reihe von Anlaufstellen, um sich vor dem kulturellen Teil des Ausflugs nochmal zu stärken.

Danach geht’s für uns zum Naturkundemuseum, das im altehrwürdigen ehemaligen Rathaus der Stadt (1710 erbaut) – unterhalb der Löwenburg – residiert. Es ist das älteste und größte naturkundliche Museum in der Eifel. Und dank seiner Lage in dem barocken Museumsgebäude auch eines der schönsten. Von hier aus könnt ihr sogar den Dolomitfelsen Munterley sehen, den ihr vorher vielleicht schon erwandert habt 🙂

Bei eurer »Zeitreise am Eifelsteig« erklärt die sehenswerte Dauerausstellung sehr anschaulich, welche heißen vulkanischen Kräfte hier vor Millionen von Jahren zur Entstehung der heutigen Eifellandschaft geführt haben. Die Gegend um Gerolstein war so reich an fossilen Schätzen, dass bereits Goethe und Alexander von Humboldt von »Preußisch Sibirien« (das war der Spitzname für die Eifel, die damals als sehr rau und unwirtlich galt) fasziniert waren. Humboldt soll sogar bei seinem Besuch in Gerolstein bei den Eifeler Bauersfrauen Wollsocken geordert haben, um darin seine gesammelten Fossilien möglichst unversehrt nach Berlin transportieren zu können. Ihr könnt in der prähistorischen Abteilung des Museums übrigens auch einen Nachbau der schon beschriebenen Buchenlochhöhle bestaunen. Wenn euch nach dem vielen Grau und Dunkel der Steine der Sinn nach etwas mehr Farbe steht, seid ihr im Dachgeschoss des Museums prima aufgehoben. Hier ist eine faszinierende Insektensammlung untergebracht. Die Highlights sind auf jeden Fall die vielen farbenfroh schillernden Schmetterlinge.

Auf der Website des Museums findet ihr noch viele weitere Infos zu Themenführungen, Workshops und speziellen Kinderprogrammen. Und wer möchte, kann selbst an kleineren Ausgrabungsexpeditionen teilnehmen. Ein Besuch ist wirklich lohnenswert.

Übrigens: Wenn ihr nicht nur mehr über Gerolstein, sondern auch über Gerolsteiner erfahren wollt, solltet ihr unbedingt mal im Besucherzentrum des Gerolsteiner Brunnens mal vorbeischauen. Der Eintritt ist frei und sogar für vorbeiwandernde Spontanbesucher gibt es wochentags täglich um 15.00 Uhr eine Führung, zu der ihr euch nicht vorher anmelden müsst. Beim einstündigen Rundgang erfahrt ihr dann, welchen weiten Weg das Mineralwasser aus vulkanischen Tiefen zurückgelegt hat, bevor es in die Flasche kommt und von einer Tribüne aus könnt ihr bei der Mineralwasserabfüllung hautnah dabei sein und einen Blick auf Abfüllung, Etikettierung und Flaschenreinigung werfen

 

Zum Start eures Ausflugs bringt euch ganz bequem der vareo-Zug. Ihr könnt mit RE 22/RB 22, dem RE 12 oder der RB 24 bis zum Bahnhof Gerolstein fahren. Von dort sind es noch ca. 10 Minuten zu Fuß die verkehrsberuhigte Hauptstraße entlang bis zum Naturkundemuseum.

 

Weiter Informationen zu eurer Reise mit dem vareo-Zug findet ihr hier

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)