Fast wie in Kanada! Abwechslungsreiche Kanutouren auf der Aggertalsperre

Wie geht’s euch, wenn die Temperaturen wieder steigen? Habt ihr auch den Wunsch, bei eurem Ausflugsziel eine willkommene Abkühlung gleich mit einzuplanen? Dann ist ein Trip zur Aggertalsperre im Oberbergischen Land für euch genau das Richtige. Denn ganz gleich, was ihr hier auch vorhabt, das Element Wasser kann immer eine Rolle spielen. Nach einer Wanderung zu Fuß um die gesamte Talsperre oder der kürzeren Inselrunde könnt ihr einfach nur die Füße ins kühle Nass halten, komplett reinspringen (wenn ihr an Badekleidung gedacht habt) oder unserem heutigen Vorschlag folgen und in ein Boot steigen. Perfekt, um die wunderschöne Landschaft vom Wasser aus zu erkunden.

 

Die Aggertalsperre liegt zwischen den Städten Gummersbach, Bergneustadt und Meinerzhagen in traumhafter Natur und ist eine von 12 Talsperren im Bergischen Land. (Das ist damit übrigens die talsperrenreichste Gegend in Europa.) Dank ihrer tollen Lage hat sie bereits in einigen Werbespots mitgespielt. Bestimmt ist sie euch auch schon einmal aus der Vogelperspektive in den TV-Spots einer großen deutschen Biermarke begegnet. Ihr Wasser bekommt sie durch die namensgebende Agger und die Flüsse Genkel und Rengse. Von der Staumauer aus gesehen erstreckt sich die Talsperre in drei schmalen Armen in die bewaldete Landschaft: in einen westlichen Arm (ca. 2,5 km lang), den mittleren Arm mit ca. 3,1 km Länge und den östlichen mit 1,6 km. Im Gegensatz zur benachbarten Genkeltalsperre, die als Trinkwassersperre streng geschützt ist, darf an der Aggertalsperre Wassersport betrieben werden. Das ist super und das Angebot ist riesig: Schwimmen, Tauchen, Angeln, Stand-up-Paddling, Segeln, Rudern, Tretbootfahren … ihr habt die Wahl. Es gibt drei offizielle Badestellen: das Freizeitbad Bruch (Bredenbruch) und am westlichen Talsperrenarm das Freizeitcamp und den Jugendzeltplatz, die beiden Letzteren in Lantenbach, wo ihr euch auch Boote für eure Tour mieten könnt.

Noch ein bisschen Info vorweg: Ihr leiht euch eigentlich gar kein Kanu, sondern ein Kajak oder einen Kanadier. Denn Kanu ist nur der Oberbegriff für alle Boote, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden. So gesehen ist Kanu nur ein anderes Wort für Paddelboot – aber das hört sich doch zu sehr nach Schlauchbootkapitän an, oder? 🙂

Je nach Bootstyp können 1–4 Personen mitfahren, Paddel, Schwimmwesten und eine wasserdichte Box sind beim Leihen automatisch mit dabei. Unter den Schwimmwesten solltet ihr Kleidung tragen, die auch mal nass werden kann, falls ihr freiwillig oder eventuell auch unfreiwillig ins Wasser fallt. Bevor ihr in See stecht, gibt’s noch ein paar Dinge zu beachten: Haltet mindestens 50 Meter Abstand zur Staumauer, legt nur an den ausgewiesenen Stellen an und ganz wichtig: Segelboote haben Vorfahrt. An alles gedacht? Dann kann’s auch schon losgehen und eure Reise in die kanadische, äh sorry, oberbergische Wildnis beginnt.

Denn tatsächlich, wenn ihr das Campingplatzufer erstmal ein ganzes Stück im Rücken habt, erinnert die Natur schon an ganz, ganz weit weg. Es ist kaum zu glauben, dass eine so traumhaft unberührte Natur, bei ruhigem Wetter mit der perfekten Spiegelung der Bäume auf der klaren Wasseroberfläche, fast gleich vor unserer Haustür liegt. Mit dem Boot könnt ihr alle drei »Fjorde« der Talsperre befahren. Das sind, wenn ihr einmal ganz rum wollt, ca. 12 km, die rund 3,5 Stunden dauern. Für Anfänger ist das schon ambitioniert. Denn das Paddeln verlangt doch ein bisschen Technik, um Kurs halten zu können, und noch mehr als ein bisschen Kraft in den Armen. Puh, die können nach kurzer Zeit schon richtig schwer werden. Darum sind auch für den Einstieg kürzere Touren mit längeren Pausen ideal. Oder ihr lasst euch zwischendurch einfach mal treiben und genießt die bewaldeten Ufer mit den zum Teil ziemlich steil aufragenden schroffen Felsen gemütlich vom Boot aus.

Nach eurer Tour könnt ihr euren Natur-pur-Tag mit einem Picknick oder Grillevent ausklingen lassen. Grillplätze und auch -hütten könnt ihr ebenfalls im Freizeitcamp oder auf dem Jugendzeltplatz anmieten. Alle Infos dazu findet ihr auf freizeitcamp.de und auf jugendzeltplatz-aggertal.de.  

Also: Die Aggertalsperre erwartet euch – entdeckt Naturschönheiten, für die ihr gar nicht weit reisen müsst.

 

Anreise: Mit dem vareo-Zug (RB 25) fahrt ihr bis zum Bahnhof in Gummersbach. Von dort geht’s mit der Buslinie 318 bis zum Halt Genketalsperre (ca. 18 Min. Fahrt), und nach weiteren 4 Minuten Fußweg seid ihr am Ziel. (Achtung: An Wochenenden fährt der Bus nicht stündlich.)

Mehr Informationen rund um eure Reise mit dem vareo-Zug und besondere Schutzmaßnahmen findet ihr unter vareo.de.

 

Copyright Titelbild: Dominik Ketz / http://www.dasbergische.de

Verfasst von

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen. (W.W)