Von der Historie bis zum modernen Shoppingcenter – Bad Münstereifel hat für jeden etwas

Stadtkern, Bad Münstereifel

Eins ist schon klar, als wir an dem kleinen süßen Bahnhofsgebäude in Bad Münstereifel ankommen: Diese Stadt hat für jeden was zu bieten. Wir machen uns langsam über die Kölner Straße auf den Weg in Richtung Innenstadt, die wir nach ca. 5 Minuten Fußweg erreichen. Wir haben Glück mit dem Wetter, die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Auf geht’s!

Mittelalterliche Burgmauern schützen den Stadtkern

Das große Stadttor ist schon beeindruckend: Zwischen zwei Befestigungstürmen links und rechts thront ein höherer Turm mit spitzem Dach. Wir staunen nicht schlecht, als wir diese Befestigung passieren, gebaut aus schweren 700 Jahren alten Steinen. Was die wohl alles für Geschichten erzählen könnten. Schließlich gibt es die Befestigungsanlagen und die Burg schon seit dem Jahre 1300, als sie vom Grafen von Jülich errichtet wurden.

Dann kommen wir in die historische Altstadt. Beeindruckende alte Bauten, sorgfältig restauriert und möglichst original gehalten zeigen, dass Hausbau damals einer Kunstform glich. Schöne Verzierungen, beeindruckende Kombinationen aus Fachwerk und Klinker, wer sich für mittelalterliches Flair begeistern kann, kommt hier auf seine Kosten. Von der großen Straße gehen immer wieder kleine charmante Gassen ab und malerische Fachwerkhäuser sind dicht an dicht nebeneinandergesetzt. Früher wohnten hier bestimmt reiche Händler, die von Seide bis Gewürzen mit den unterschiedlichsten Gütern Reichtum angehäuft hatten. Heute gibt es eine breite Auswahl an Geschäften, Restaurants und Cafés zu entdecken.

Ein Einblick in das Apothekertum

Wir schlendern vorbei am Bitburger Bierhaus, das komplett aus Stein erbaut wurde, laufen staunend die Kopfsteinpflasterstraße entlang, bis wir auf der rechten Seite das Schwanen-Apotheken-Museum Bad Münstereifel finden, unseren ersten Stopp, auf der selbst zusammengestellten Tour.

Wir betreten das alte Apothekerhaus. Da wir vorher telefonisch eine Führung bestellt haben, melden wir uns an der Information an und werden prompt ausführlich durch das alte Haus geleitet. Als Erstes gelangen wir in die Stephinsky-Stube, die an den Apotheker und Ehrenbürger Franz Maria Ferdinand Stephinsky erinnert. Er war viele Jahre Stadtverordneter, Denkmalschützer und auch Ehrenbürger der Stadt. In aller Munde ist sein Name aber vor allem durch den von ihm kreierten Magenbitter Stephinsky.

Dann kommen wir in einen echten alten Verkaufsraum, die Offizin, deren Einrichtung seit 1806 nahezu unverändert ist. Beeindruckend! Die urige Theke mit den Glaskaraffen und der alten mechanischen Kasse zeigen, dass das Grundprinzip der Apotheke damals gar nicht so anders war als jetzt. Als nächstes kommt das Labor. Hier können unterschiedlichste Gegenstände aus dem 19. Jahrhundert bestaunt werden. Besonders interessant ist der voll ausgestattete Labortisch, eine Leihgabe des Deutschen Apotheken-Museums Heidelberg.

Es folgt die Materialkammer, die auch eine „Riechstraße“ bietet. Die Schübe der Regalwand sind mit einer Darstellung und Beschreibung der „Drogen“ (Heilpflanzen) sowie einer Riechprobe bestückt. Wie im Chemieunterricht fächeln wir uns die unterschiedlichen Gerüche vorsichtig mit der Hand in die Nase und versuchen Unterschiede auszumachen. Nicht alle Exponate sind eindeutig zu erkennen. Um damals Apotheker zu werden, brauchte es also definitiv den richtigen Riecher! Zum Schluss lassen wir es uns nicht nehmen, etwas von dem Stephinsky Magenbitter zu erwerben, bevor wir uns auf den Weg machen zur nächsten Station.

Erst schlendern, dann schlemmen

Wir hatten uns im Vorhinein auf der Internetseite der Stadt Bad Münstereifel unter Bad Münstereifel gut informiert und wussten, dass wir an einem Tag gar nicht alles schaffen würden. Bad Münstereifel bietet neben dem Apotheken-Museum noch ein Puppen- und Spielzeugmuseum, ein Hirtenmuseum, eine historische Stadttour mit Führer, diverse Infotafeln, auch entlang der alten Stadtmauer und viele andere Besichtigungsmöglichkeiten. Unser Plan sah dieses Mal allerdings einen gemütlichen Tag vor, weshalb wir erst noch ein bisschen durch die alten Gassen schlenderten und uns dann für ein deftiges Mittagessen ins traditionelle Brauhaus setzten. Von Schnitzel bis Flammkuchen ­– da ist für jeden etwas dabei und die urige Atmosphäre des alten Gebäudes passt perfekt zum mittelalterlichen Städtchen. Natürlich probiert man in so einem Brauhaus auch das selbstgebraute Bier! Schon Ende des 15. Jahrhunderts gab es hier das leckere süffige Gebräu zu trinken und seit 1997 wurde die Herstellung wieder aufgenommen. Na dann, prost!

Nach dem Schlemmen ist vor dem Shoppen

Aber Bad Münstereifel hat nicht nur das Mittelalter zu bieten. Unweit des Brauhauses, direkt hinter den Burgmauern der historischen Altstadt, liegt das City Outlet, das mit vielen kleinen Geschäften zum etwas anderen Shoppingerlebnis einlädt. Dauerhaft reduzierte Mode von unterschiedlichsten Marken – da kann man schon mal in einen kleinen Kaufrausch verfallen. Neben Fashion kann man hier auch Sport- und Outdoor-Bekleidung oder Süßwaren zu günstigen Preisen erwerben. Mit über 50 Stores wagen wir zu behaupten, hat das City Outlet für jeden Besucher etwas zu bieten.

Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, diesen Punkt unserer Stadttour ans Ende des Tages zu verlegen, da man mit den erbeuteten Waren nicht mehr allzu weit laufen möchte. Aber unser letztes Highlight sollte es dann doch nicht gewesen sein, denn den Abschluss sollte ein Abstecher in die Schlagerwelt werden.

Schwarzbraun ist die Haselnuss

Einen heißen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen – so kann man es sich nach einer ausgeprägten Shoppingtour gut gehen lassen! Und wenn man schon mal in Bad Münstereifel ist, dann muss es auch die Haselnusstorte von Heino sein, denn im alten Kurhaus der Stadt gibt es das exklusive Café des Schlagerstars. Also wandern wir mit unseren Einkäufen die alte Stadtmauer entlang, ein kleines Stück am schönen Kurpark entlang, bis zum historischen Kurhaus der Stadt. Wir genießen Kaffee und Kuchen und machen schon Pläne für den nächsten Ausflug. Dann geht es vielleicht ins Puppen- und Spielzeugmuseum oder zur Stadtmauer, vielleicht lassen wir uns für nur zwei Euro pro Person mal von einem Stadtführer durch die Stadtbegleiten oder trinken ein Bier in der alten Brauerei – für zwei bis drei weitere Ausflüge reizt uns die kleine mittelalterliche Stadt mindestens noch.

So kommt ihr hin: Mit der S 23 / RB 23 erreicht ihr ab Bonn Hauptbahnhof bzw ab Euskirchen den Bahnhof Bad Münstereifel, von dem aus das Zentrum fußläufig gut zu finden ist. Mehr Infomationen rund um eure Reise mit dem vareo-Zug und zu besonderen Schutzmaßnahmen findet ihr unter vareo.de

 

Copyright Titelbild: © Stadt Bad Münstereifel